Aus dem Englischen von Karl-Heinz Siber. Der tschechisch-kanadische Wissenschaftler Vaclav Smil ist einer der weltweit führenden Experten für Energiefragen. In diesem Buch unterzieht er die Hoffnung auf eine schnelle Umstellung auf erneuerbare Energien einem Realitätscheck und konfrontiert die politiischen Ziele mit der wissenschaftlichen Realität. Dabei erinnert er daran, auf welchen materiellen Grundlagen unser modernes Leben beruht und wie abhängig wir bei ihrer Produktion bis auf Weiteres von fossilen Brennstoffen bleiben werden. Denn nicht Datenflüsse sind der harte Kern unserer Zivilisation, sondern so unaufregende Dinge wie Stahl, Zement, Ammoniak und Plastik. Wer die Welt verändern will, sollte erst verstehen, wie sie wirklich funktioniert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023
Rezensent Joachim Müller-Jung findet das Buch des Umweltforschers Vaclav Smil reaktionär. Die Verve, mit der der Autor Zahlen und Analysen auffährt, um die Trägheit und Bequemlichkeit der Politik und der Ökonomie zu beschwören, die einer Energiewende im Wege steht, erstaunt den Rezensenten erst und dann verärgert sie ihn. Fossile Energiewirtschaft wird uns noch lange begleiten, so Smils hoffnungsloses Mantra. Für Müller-Jung ein eher uninspirierter Ansatz, der die exponentiellen Veränderungskapazitäten der Evolution verkennt.
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