Auf der Grundlage umfassender Archivmaterialien schildern die Autoren die Entwicklung der Ölindustrie und ihren großen Einfluss auf wirtschaftliche, soziale und mentale Veränderungen der deutschen Gesellschaft sowie die besondere Bedeutung des Mineralöls in Krisen- und Kriegszeiten. Wie kaum ein anderer Rohstoff hat das Erdöl die Welt verändert und die Industrialisierung maßgeblich beeinflusst. Und anders als bei anderen Industriebranchen hatte der Staat zum Zweck der privaten, vor allem aber der öffentlichen Energieversorgung stets ein besonderes Interesse am "flüssigen Gold". Den engen Verbindungen zwischen Wirtschaft, Staat und Politik gilt denn auch ein Hauptaugenmerk der Autoren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2003
Einen dankbaren Leser haben die Autoren Rainer Karlsch und Raymond G. Stokes in Werner Abelshauser gefunden. Der findet nämlich, dass die beiden den Stoff nicht nur kompetent aufbereitet, sondern auch spannend dargestellt haben. Und zu erzählen gibt es einiges, wie Abelshauser Rezension zu entnehmen ist, auch wenn deutsche Ölfirmen in den großen Schlachten um Quellen und Märkte "schlichtweg keine Rolle gespielt haben". Denn als einer der weltweit größten Abnehmer war Deutschland durchaus ein interessanter Schlüsselmarkt. So umreißt der Rezensent in Sieben-Meilen-Stiefeln die Geschichte der Ölwirtschaft von der Entdeckung der ersten Quelle über ihre strategische Bedeutung im Ersten und Zweiten Weltkrieg, die erbitterten Rangkämpfe der deutschen Banken bis hin zur Ölkrise und den Kohlesubventionen. Eine Erfolgsgeschichte haben die Autoren mithin nicht vorgelegt, sondern eine, die den Blick auf die "Achillesferse der deutschen Industrie" in bemerkenswerter Weise freilegt, wie der zufriedene Rezensent urteilt.
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