Hartnäckige Gerüchte besagen, Eltern würden Kinder zur Welt bringen. Das stimmt natürlich nicht. Vielmehr sind es die Kinder, die ihre Eltern mit dem Tag der Geburt schlagartig in eine neue, seltsame Welt befördern - auf den Familienplaneten. Auf diesem fremdartigen Gestirn ist alles anders, geheimnisvoll und unfassbar. Der zuvor kinder- und deshalb komplett ahnungslose Erwachsene stößt hier auf so erstaunliche Erscheinungen wie Super-Soaker, Benjamin Blümchen, Bro'Sis oder rutschige kleine Legosteine auf der obersten Treppenstufe...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.09.2004
Enthusiastische Empathie spricht aus der Rezension von Cathrin Kahlweit. Und das, wie die Rezensentin erklärt, obwohl das Buch als ein regelrechtes Wagnis gelten kann nach Axel Hackes legendärem "kleinen Erziehungsberater" noch etwas über die täglichen Unwägbarkeiten der Kindererziehung schreiben zu wollen. Doch Uwe Wittstock habe die Herausforderung "sehr hübsch" gemeistert. Auf der Grundlage seiner regelmäßigen Kolumne erzähle Wittstock "viele kleine, bisweilen wunderbar absurde Geschichten vom Alltag" mit seinen drei Söhnen: Sohn Nummer eins, "der in der Pubertät ist", Sohn Nummer zwei, "der frühpubertäre Anwandlungen hat", und Sohn Nummer drei, "der bereits erkennbar auf dem Weg in die Frühpubertät ist". Schön und zugleich beruhigend findet die Rezensentin, wie Wittstock immer wieder Theorie und Praxis gegenüberstellt und sich wundernd bemerkt, dass obwohl allgemein behauptet werde, dass Kinder Regeln brauchen, seine Kinder überhaupt keine Regeln zu brauchen scheinen. Und siehe da, die zufriedene und verstandene Rezensentin tröstet zurück: "Meine auch nicht."
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