Das Vaterbild in der Krise - Bestandsaufnahme und Neuorientierung. Der Vater als Ernährer der Familie - ein Auslaufmodell. Männer wollen sich um ihre Kinder kümmern - aber irgendwie klappt das nicht. Woran liegt es, dass Vaterschaft vielfach nicht als Glück und Herausforderung empfunden wird, sondern schlicht in Überforderung endet? Robert Habeck diskutiert die Widersprüche der Gegenwart und entwirft eine Gesellschaftsperspektive, die nicht vom Ideal des vollbeschäftigten, abwesenden Mannes ausgeht, sondern zeigt, wie Mann zu einem gelingenden (Familien)Leben beitragen kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2008
Laut Alex Rühle haben Väter gerade ungeheuer Konjunktur und so widmet er sich gleich zwei neuen Büchern, die sich des Themas annehmen. Robert Habeck, Landesvorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein und zusammen mit seiner Frau auch Autor von Romanen und Kinderbüchern, interessiert sich in seinem Buch vornehmlich für das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, stellt der Rezensent fest. Der Autor kritisiert das deutsche Familien- und Steuerrecht, mit dem seiner Meinung nach die alte Rollenverteilung nur zementiert wird, und fordert flexible Beschäftigungsangebote für Väter, so Rühle, der deshalb das Buch gern seinen Chefredakteuren in die Hand drücken würde. "Erfrischend unkorrekt" findet er Habecks These, dass nicht die Männer vor der Verantwortung der Kindererziehung in die Karriere flüchteten, sondern vielmehr von ihren Frauen die Ernährerrolle aufgedrückt bekämen. Weniger angetan ist er allerdings vom selbstverliebten "Revoluzzergestus" mit dem Habeck sich, wie er findet, als mutiger Mahner aufspielt.
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