Susanne Gaschke

Die Erziehungskatastrophe

Kinder brauchen starke Eltern
Cover: Die Erziehungskatastrophe
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart/München 2001
ISBN 9783421054654
Gebunden, 301 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Immer weniger Eltern können und wollen erziehen. Schule oder Fernsehprogramme auch nicht. Niemand will mehr Verantwortung übernehmen, Vorbild sein, Orientierung geben. Dieses Buch warnt vor den Folgen, nennt Ursachen und zeigt Lösungen auf. Kinder bekommen Versorgung anstatt Zuwendung, Kindergartenplatz anstatt ein Zuhause; Turboabitur anstatt Bildung; Kumpel anstatt Vorbilder; Pokémon anstatt Erlebnisse - aber eine Zukunft? Mit ihrer Bestandsaufnahme ruft Susanne Gaschke zur Umkehr auf und zeigt, wo die Politik und wo jeder einzelne gefordert ist, Kindern wieder das zu geben, was ihnen zusteht: eine Erziehung, die den Namen verdient.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2001

Auf die Achtundsechziger lässt Rezensentin Roswitha Budeus-Budde nichts kommen. Nichts jedenfalls, was sich als "Mischung aus Horrorvisionen, sozialpädagogischem Zeigefinger, Sentimentalität und Häme" entlarven lässt. Den Achtundsechzigern die Schuld an Kinderpornografie, Rechtsextremismus und der Rechtschreibreform in die Schuhe zu schieben, erscheint aber auch wirklich zu absurd. Sich von der Elterngeneration verfolgt zu fühlen, ist sicher keine gute Voraussetzung, um ein positives Zukunftsmodell für die Erziehung zu entwickeln, meint die Rezensentin in ihrer harschen Kritik an diesem pädagogischen Ratgeber.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.10.2001

Susanne Gaschke, schreibt Rezensentin Barbara Sichtermann, hat ja gar nichts gegen die Errungenschaften der Spätmoderne wie berufstätige Frauen, Wohlstand und Mobilität, wünscht sich aber, die sozialen Folgen der neuen Flexibilität mit "Beschwörungsformeln von anno dunnemals" wegzuzaubern. Das heißt konkret, erörtert die Rezensentin etwas bissig, dass die Autorin nicht nach dem starken Staat, aber nach der starken erzieherischen Hand ruft. Sichtermann ist da ganz anderer Ansicht. Disziplin und Benimm kann man nicht erzwingen. Die von Gaschke heraufbeschworenen starken Eltern vor 1968, dem Jahr, besser der Protestgeneration, das so viel sinnvolle Erziehung in den Boden stampfte, waren nicht wirklich stark, meint Sichtermann, sondern hatten die Gewalt auf ihrer Seite. Und der möchte die Rezensentin wirklich nicht in der Wiederholungsschleife begegnen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2001

Für Rezensentin Barbara Dribbusch vertritt die Autorin Susanne Gaschke eine äußerst abwegige Position: Sie mache das pädagogische Erbe der 68er und deren "vermeintliche Kumpelpädagogik" für den Bildungsverfall verantwortlich. Diesen Vorwurf findet Dribbusch wenig substanziell: "Gaschke wollte mit dieser Schuldzuweisung provozieren - aber das Verhalten ist zu durchsichtig". Was Dribbusch vermisst, ist, dass die Erziehungsproblematik nicht im Zusammenhang mit "Schicht und Klasse" diskutiert wird. Diese sozialen und ökonomischen Faktoren sind ihrer Meinung nach ein wesentlicher Faktor des "vermeintlichen Erziehungselends", und mit deren Nichterwähnung läge die Autorin eben auch im Trend.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2001

Konservative Untertöne sind der Kritik von Arnulf Baring zu Susanne Gaschkes Buch über "Die Erziehungskatastrophe" zu entnehmen, die der Rezensent bei der Autorin vorfand und unreflektiert weitergibt. Da ist von der großen Ich-Bezogenheit der Jüngeren die Rede: die der Heranwachsenden wie auch der jetzt Herangewachsenen, die lieber kinderlos durchs Leben gehen möchten. Und es ist vom Versagen der 68er die Rede, die über "die freie Persönlichkeit" der Kinder das Erziehen vergessen hätten und dieses lieber an Staat, Schulen und Kindergärten delegierten, die damit eindeutig überfordert seien. Klar, dass Fremdbetreuung für die Autorin keineswegs ideal ist, wie Baring berichtet. Charakterbildung, Wertevermittlung lauten die Stichworte für Gaschkes Erziehungsprogramm, das Baring wohlwollend referiert. Kern des Appells: Eltern müssen sich wieder mehr engagieren und sollten weniger delegieren.
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