Mit 200 s/w- und 16 Seiten farbigen Abbildungen. Rudolf Perco galt schon während seiner Studienzeit (1906-1910) als Musterschüler Otto Wagners und erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen (u. a. Rompreis 1910). Daneben arbeitete er noch als Student im Büro von Hubert Gessner. Infolge seiner völligen Auftragslosigkeit während der Ära des Ständestaates verliert er sich schließlich zunehmend an Studien, die von der Wirklichkeit abgehoben sind, vergleichbar mit der Formenwelt eines Josef Pleanik. Ein Ende dieser ausweglosen Situation scheint sich zuletzt durch die Machtergreifung der Nazis anzuzeigen, als es ihm - als einzigem Österreicher - gelingt, in der NS-Stadtparteileitung für Wien Fuß zu fassen. Eine kurze Illusion, die aber bald zum totalen Scheitern und Selbstmord führt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2002
Ursula Prokop hat mit ihrer Monografie die erste umfassende Studie über das Werk des eigenwilligen Wiener Architekten Rudolf Perco, der in dreißig Jahren zwar nur sieben Projekte verwirklichte, dafür aber eine Vielzahl von Entwürfen und Skizzen hinterlassen hat, vorgelegt, berichtet Gabriele Reiterer. Die Recherchen von Prokop gründen nach Information der Rezensentin, auf dem Nachlass des "genial-brüchigen" Architekten, dessen Werk eine Schaffensperiode vom Roten Wien bis zur NS-Megalomanie umfasse. Die Studie enthalte eine Fülle von Fakten und sei penibel recherchiert, doch vermisst Reiterer eine intensive Auseinandersetzung mit dem expresssionistisch-utopistischen Ansatz Percos, der hier zwar erwähnt, aber dann von Prokop nicht näher hinterfragt und ausgeführt werde.
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