Rainer Hackel

Gertrud Fussenegger - Das erzählerische Werk

Monografie
Cover: Gertrud Fussenegger - Das erzählerische Werk
Böhlau Verlag, Wien; Köln 2009
ISBN 9783205784296
Kartoniert, 406 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Gertrud Fussenegger gehört zu den nach wie vor meistgelesenen Autoren der österreichischen Literatur. Trotzdem wurde ihr Werk von der Literaturwissenschaft weithin vernachlässigt und in seinem Rang bisher nicht angemessen gewürdigt. Rainer Hackel legt mit seiner Monografie die erste wissenschaftlich fundierte Untersuchung über das Werk der großen Erzählerin vor.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2010

Rezensentin Hannelore Schlaffer ist von Rainer Hackels Monografie über die Schriftstellerin Gertrud Fussenegger ziemlich enttäuscht. Fussenegger, nach Meinung der Rezensentin durchaus eine versierte Erzählerin und mit über 60 Publikationen auf dem Buchmarkt als "populär" zu bezeichnen, wird in der  Literaturkritik und der Germanistik kaum beachtet, so die Rezensentin. Das liegt in ihren Augen an Fusseneggers katholischer Gläubigkeit, die ihre Bücher in die Tradition der französischen "renouveau catholique" rücken. Leider versäumt es Hackel, so Schlaffer, diese Verwandtschaft näher zu untersuchen und damit, wie versprochen, das Werk der Schriftstellerin in seinen europäischen Kontext zu stellen. Der Autor engagiert sich dafür mehr in der Nacherzählung der Fusseneggerschen Romane, wobei er die handelnden Figuren psychologisch auszuleuchten sucht, als handele es sich um "Bekanntschaften aus dem Alltagsleben", wie die Rezensentin irritiert feststellt. Wenigstens Fusseneggers Verstrickungen mit den Nationalsozialisten habe der Autor ins Visier genommen, unter einer "wissenschaftlich fundierten" Auseinandersetzung mit Leben und Werk - das Buch ist aus Hackels Habilitationsschrift hervorgegangen - hat sich Schlaffer aber etwas anderes vorgestellt, wie sie unmissverständlich klar macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.09.2009

Möglicherweise hat die Randstellung der von Rainer Hackel in seiner Studie behandelten österreichischen Autorin und ihres Werkes eine gewisse Berechtigung. Rezensent Thomas Meissner jedenfalls stößt bei Gertrud Fussenegger auf ein nicht ganz astreines (zeitweise mit dem Nationalsozialismus sympathisierendes) Welt- und Menschenbild und eine "teilweise preziös-altertümliche" Sprache. Hackels textimmanent angelegter Studie hält der Rezensent die magere Forschungslage im Fall Fussenegger zugute. Dass der Autor vor allem die Romane und Erzählungen aus der Nachkriegszeit analytisch durchdringt, hält Meissner für etwas zu kurz gegriffen. Richtig enervierend findet er die Monotonie der textimmanenten Methode, die bei Hackel, wie er kritisiert, selten zu neuen Aspekten (Vorbilder, Traditionen, Fusseneggers Stellung in der Nachkkriegsliteratur) führt. Weil es dem Autor außerdem an kritischer Distanz zu seinem Gegenstand fehlt, sucht Meissner handfeste Wertungen in diesem Band vergebens.

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