Mti 23 SW-Abbildungen. Österreich hatte keine Berührungsängste gegenüber Diktatoren, unterstützte sie auf dem internationalen Parkett und pflegte - teilweise heimlich - gute Beziehungen zu umstrittenen Regimen. Nicht nur deshalb sorgten die Beziehungen zu Spanien, Portugal und Griechenland für Diskussionen. Im Umgang mit den drei Diktaturen Südeuropas nach 1945 offenbart sich ein ambivalentes Verhältnis mit der eigenen Geschichte. Woher kam die natürliche Nähe zu den iberischen Diktatoren, und was hat die eigene faschistische Vergangenheit damit zu tun? Wieso wurde Griechenlands Militär-Diktatur im Gegensatz dazu offen kritisiert? Drei Autoren werfen einen neuen Blick auf die politisch-diplomatischen Beziehungen der Zweiten Republik. Die Beiträge bringen Neues, teilweise Überraschendes und bieten Ausgangspunkte für weitere Forschungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.04.2016
Leicht widersprüchlich, nämlich als zugleich faszinierend und wenig überraschend liest der emeritierte Zeithistoriker Rolf Steininger die in diesem Band versammelten Studien über die österreichischen Beziehungen zu den Mittelmeerdiktaturen nach dem Krieg. Ausführlich geht er besonders auf Stefan A. Müllers Beitrag zu Österreich und Spanien ein - ein zwiespältiges Verhältnis, getragen vom Wunsch nach Anerkennung beider Seiten einerseits und der Rücksicht Österreichs auf Menschenrechtsfragen andererseits. Wenig anders verhält es sich mit Portugal und Griechenland. "Es ist immer gut, Freunde zu haben, auch wenn es nur 'heimliche' sind", lautet Steinigners zweifelhaftes Resümee.
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