Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: Ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün und geduckten Häuschen. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn es an ihrem Arbeitsplatz mal wieder so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann. Jana ist Weltendesignerin. An ihrer Designstation entstehen alternative Realitäten, die sich so echt anfühlen wie das reale Leben: Fantasyländer, Urzeitkontinente, längst zerstörte Städte. Aber dann passiert ausgerechnet in Kerrybrook, der friedlichsten Welt von allen, ein spektakuläres Verbrechen. Und Jana ist gezwungen zu handeln …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2020
Rezensent Fritz Göttler streift gerne durch die Welten, die Ursula Poznanski in ihrem Sci-Fi-Roman entwirft. In ihrem Zukunftsszenario leben Menschen nur noch in Kapseln, um ewig von einer imaginär erschaffenen Welt zur nächsten zu springen - bis auf einmal der Tod Einzug hält und die Protagonistin und Weltendesignerin Jana misstrauisch wird. "Radikal" stelle die Autorin hier den alten Gegensatz von wahrem und falschem Leben auf den Kopf, meint der Rezensent und lobt Poznanskis "virtuoses" und "irrwitziges" Spiel mit den Welten. Auch vergangene Zeiten wie das Hippie-Leben der 60er und 70er Jahre sind darunter, an die sich Göttler gern erinnert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2020
Axel Weidemann liest Ursula Poznanskis "Jugend-Thriller" über das Leben im Postfaktischen mit Spannung. Wie es sich anfühlt, in Kapseln und Körperanzügen zu leben, die Empfindungen simulieren und mit virtuellen Welten verbinden, kann der Rezensent hier erleben, die Vorteile wie die durchaus gefährlichen Nachteile. Dass die Autorin erfahren ist in der Erschaffung virtueller Welten und der Abschätzung der Risiken der Technik, merkt Weidenmann schnell. Poznanskis klare Sprache und Erzählstruktur machen es ihm leicht, sich in die humanoiden "Weltenschöpfer" im Text hineinzuversetzen und in ihre Probleme mit einer sich verselbständigenden Schöpfung.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…