Zafer arbeitet als freiberuflicher Bildretuscheur. Und er ist der Beste. Er kann sogar die Wassertropfen auf einer Sektflasche so täuschend echt nachbilden, dass der Betrachter seiner Filmsequenzen glaubt, er würde sich darin spiegeln. Einen Mann in das Überwachungsvideo einer Tiefgarage einzufügen ist dagegen ein Kinderspiel. Merkwürdig ist nur, dass dieser Auftrag anonym war.
Tage später erkennt Zafer durch Zufall eines seiner Videos in den Nachrichten über einen Journalistenmord wieder. Es zeigt, wie der mutmaßliche Täter den Tatort, eine Tiefgarage, verlässt.
In Wirklichkeit ist der Mann nie dort gewesen. Aber das weiß nur Zafer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2017
Gerne hätte Rezensent Thomas Feiler noch ein paar Seiten mehr über den spannenden Helden in Margit Ruiles Hacker-Thriller gelesen, und ist sich daher selbst nicht sicher, ob seine Kritik nicht eigentlich ein Lob ist. "Dark Noise" erzählt davon wie Zafer, ein zurückgezogen lebender Bildretuscheur, in die dunklen Machenschaften eines Großkonzerns hineingezogen wird, eine fürchterliche Entdeckung macht und schließlich in den Kampf nicht nur gegen die Überwachung der Realität sondern auch gegen ihre Manipulation einsteigt, lesen wir. Ruile schafft es dabei nicht nur den Rezensent zu fesseln, sondern ihn auch mit der beklemmenden Paranoia ihrer Figuren anzustecken. Umso bedauerlicher findet Feiler das abrupte Ende, wo doch gerade die letzte unerwartete Wendung seiner Ansicht nach etwas mehr Raum verdient hätte.
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