Ursula Krechel

Die da

Ausgewählte Gedichte
Cover: Die da
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2013
ISBN 9783990270462
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

So viel Anerkennung Ursula Krechel auch für ihre großen Romane letzthin erhalten hat, zunächst einmal und vielleicht sogar vor allem ist sie Lyrikerin. Um auch ihren neugewonnenen Leserinnen und Lesern einen Einblick in ihr überaus vielfältiges Werk zu geben, hat die Autorin hier selbst eine Auswahl aus ihren nicht-zyklischen Gedichtbänden getroffen. Beobachtung des Gegen- und Miteinanders, die Gegenwart der Geschichte und die Geschichten der Gegenwart finden Aufnahme in diesen materialreichen Gedichten, in denen das Persönliche zum Spiegel allgemeiner Erfahrung wird. Die Genauigkeit der Wahrnehmung und die Lust am Spiel mit den Wörtern bestimmen die kontrapunktische Spannweite dieser Lyrik.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2014

Nein, Ursula Krechels neuer Gedichtband "Die da" ist nicht einfach nur ein "Best of" ihrer bisher erschienenen zwölf Gedichtbände, versichert Rezensent Martin Zingg. Vielmehr wählt Krechel die hier versammelten Gedichte so klug aus - etwa indem sie die Chronologie verändert-, dass dem Kritiker die lyrischen Stücke der Autorin und Dichterin in einem ganz neuen Licht erscheinen. Der Rezensent lauscht nicht nur den vielfältigen Stimmen, die in den Gedichten zu vernehmen sind, sondern folgt auch ihrem misstrauischen und genau beobachtenden Blick auf die Welt, genauer: auf Liebe, Landschaften, Reisen, Gemälde, Alter und Tod. Vor allem aber erscheinen dem Kritiker Krechels "lexikalische Streuner" geradezu synästhetisch - ihm drängen sich während der Lektüre nicht nur eindringliche Bilder auf, sondern er nimmt die Gedichte auch als Klangerlebnisse wahr, die er nur dringend empfehlen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2013

Diese Gedichte machen sich kleiner als sie sind, findet Rezensent Harald Hartung. Ursula Krechels Kunst ist demnach für den Rezensenten auch die des Understatements, weil die Autorin in ihren Texten auf Emphase verzichtet und lieber die Suggestion pflegt. Was die Auswahl betrifft, erkennt der Rezensent keine historisierende Chronologie, jedoch den Wunsch der Autorin, das eigene Schreiben aktuell zu halten. Mit Themen wie Faschismus und Unterdrückung, Emanzipation und Revolte, gelingt ihr das auch, meint Hartung.
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