Mit Nachdruck schreibt Ludwig Fels seine Gedichte. Die Gelegenheit, in zehn, zwanzig, dreißig Zeilen zu sagen, was Herz und Kopf bewegt, was an Überwältigung jeder Art, an Enttäuschung und Zorn, aber auch an Liebe in diese Zeilen hineinwill, diese Gelegenheit ergreift Fels immer wieder, als ginge es nicht anders. Und so viel lässt sich wahrlich sagen: Es geht diesem Autor tatsächlich um etwas, es ist ihm nicht gleichgültig, wie das Leben mit sich selber umgeht, also mit uns. Er hat den Traum von einer besseren, menschlicheren Welt auch im kritischen Hellwach-Sein noch nicht verloren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.03.2011
Hans-Herbert Räkel ist ein großer Liebhaber des Dichters Ludwig Fels. Immer weiter lesen möchte er, wenn Fels etwa über das Dichten dichtet. Aufhören kann er aber auch nicht, wenn Fels "das Leben, die Liebe und die Schönheit" besingt, und schon gar nicht, wenn Fels ihn das Unglück begreifen lässt, dass "den Ärmsten der Armen" all dies vorenthalten bleibt. Schließlich freut sich Räkel auch noch über die Fröhlichkeit, mit der Fels am Schluss die Beat-Dichter auf Apollinaires Grab versammelt, und zitiert: "irgendwo müssen sie sein / die manchmal für Wunder sorgten: / Kommt und fahrt mit!"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2011
Wunder entdeckt Sabine Doering nicht in den hundert Gedichten von Ludwig Fels, Eingängigkeit und auch mal ein verwirrendes Bild dafür schon. Kann Fels auch noch so sehr daran glauben, dass Gedichte die Welt verändern, diesen hier nimmt Doering das nicht ab. Thematisch nehmen sie auch eine andere Richtung. Liebeslyrik, schon, aber vor allem (auch selbstmitleidige) Nachdenklichkeitslyrik liest die Rezensentin, Alter und Sterben und das passende Pathos dazu kommen vor, warnt sie uns. Und wo gedankliche Schärfe fehle, da biete der Dichter eben eine Pointe.
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