Ausgewählt von Thomas Kunst. Ich gehe zurück, zum Anfang / des Endes. Denn dass wir am Ende sind, dass unser Leben verbraucht ist und unsere Zeit vorbei, ist spätestens in fünf Milliarden Jahren, wenn Freaks, Gespenster und Indianer mit dem ganzen Schrott allein im Grill der Sonne verdampft sein werden, wie es in einem dieser Gedichte heißt, klar. Vielleicht haben wir einfach nicht das Richtige getan, und so bleibt uns nur noch abzuwarten und zu überleben. Inventur zu machen und unsere Welt zu verwalten, während wir nach einem anderen Sein suchen. Oder nach Gott, der sich uns, das wissen wir inzwischen, wieder nicht zeigen wird. Oder sich die Momente in Erinnerung zu rufen, die Momente zu feiern, die wenigen Momente, in denen / wir waren, ohne es zu wissen. Egal wie düster die Bilanz ausfällt, der Mensch und die Welt verlangen nach Verteidigung. Und nichts eignet sich dazu besser als Gedichte, als diese Gedichte, so umstandslos und klar.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.04.2024
"Traurig-schön" nennt Rezensent Björn Hayer die Gedichte von Feodor Pellmann. Gleich einem "Herbstregen" tröpfeln sie leise, melancholisch vor sich hin, erzählen von Armut und Einsamkeit, von der Eintönigkeit und der Sehnsucht passiver, zurückgezogener lyrischer Subjekte, und das auf zurückhaltende, minimalistische Weise. Eine Art Neo-Biedermeier also - die Sehnsucht nach dem Heimeligen? Nein, betont Hayer. Denn hinter dem Tröpfeln tönt die Welt, und die wird immer lauter. So stören von Gedicht zu Gedicht immer öfter Töne der Gewalt, des Krieges die schöne Ruhe und Tristesse. Dass Pellmann stets beides sieht und beschreibt: die Notwendigkeit des (vorübergehenden) Innehaltens und gleichzeitig die Ignoranz und Dekadenz des Rückzugs aus der Welt, ist die große Stärke dieses Bandes, so der berührte und zugleich "wachgerüttelte" Rezensent.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…