Die 14-jährige Hanna Salomon hasst den Spitznamen "Püppchen", er macht sie so klein, wie sie sich selbst oft fühlt. Als sie im Sommer 1939 Deutschland zusammen mit anderen Mädchen verlässt, heißt es: "Ihr seid die Glücklichen, die Auserwählten!" Das Ziel ist Palästina, mit Zwischenstation Dänemark. Dort, auf dem Land, bei der alten Bente, gibt es zwar keine Palmen und das Meer ist nicht so blau wie in Andersens Märchen, aber man ist sicher vor den Nazis. Was ein Irrtum ist. Zusammen mit den Mädchen Mira, Bella, Rosa, Rachel und Sarah wird Hanna ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Eine Notgemeinschaft. Aufgeben gilt nicht , hat Mira immer gesagt, das Leben geht weiter. Hanna hat mehr Glück als andere und überlebt das Lager. Erst neun Jahre später, 1948, gelingt es ihr, nach Palästina auszuwandern, wo sie endlich ein Zuhause findet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2011
Eingenommen zeigt sich Roswitha Budeus-Budde für Mirjam Presslers Jugendroman "Ein Buch für Hanna". Die Geschichte der 14-jährigen Jüdin Hanna, die auf der Flucht vor den Nazis eine Odyssee durch Europa durchmachen muss, basiert nach Auskunft der Rezensentin auf den Erinnerungen einer jüdischen Frau, die die Autorin 30 Jahre lang jährlich in einem Kibbuz getroffen hat. Sie attestiert Pressler, eine hohe "erzählerische Intensität" zu entwickeln, die mit dem emotionalen Erleben der jugendlichen Protagonistin korrespondiert. Bewegend findet Budeus-Budde vor allem die inneren Monologe von Hannas Leidensgefährten. Der Autorin gelingt ihres Erachtens dabei stets, die Balance zwischen "literarischer Distanziertheit" und "unvermittelter Sentimentalität" zu wahren.
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