Ulrich Pfisterer

Kunst-Geburten

Kreativität, Erotik, Körper
Cover: Kunst-Geburten
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783803151872
Gebunden, 192 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Ulrich Pfisterer erschließt in Texten und Bildern die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Kunst und Liebe. Schon Cicero wies auf die sprachliche Verwandtschaft zwischen dem Pinsel [pennellus], der Feder [penna] und dem Penis hin. Neben dem erotisch- sinnlichen Aspekt steht aber auch der von Zeugung und Geburt der Künste. Die Kunst wird körperlich empfunden. Und nicht nur die Antike, auch das Christentum steht Pate, wenn sich etwa die Allegorien auf Gerechtigkeit und Frieden in einem leidenschaftlichen Kuss verbinden. Auf einem niederländischen Stich von 1580 sind es dann erstaunlicherweise Fleiß und Arbeit, die sich küssen. In der Renaissance war die Erotisierung der Kunst in Wort und Bild allgegenwärtig - und rechnete mit dem Kunstliebhaber als voyeuristischem Dritten, der an all dem sein Vergnügen hat.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.01.2015

Wie kann man ein ganzes Buch über die Bedeutung von Lust und Liebe für die Kunst der Renaissance schreiben, über Säfte, Sex, Körper, und sich in ihrer Beschreibung dann ganz den "akademischen Gerätschaften der Kunstgeschichte" überlassen?, fragt sich Gisela von Wysocki. Die Rezensentin findet es wirklich schade, dass Ulrich Pfisterer sich in "Kunst-Geburten" nicht etwas mehr Spielraum verschafft, dass er sich absolut gar nicht von seinem Sujet anstecken lässt, denn sonst hätte dieses Buch ein wirkliches Ereignis der Kunstgeschichte werden können, vermutet von Wysocki. Stattdessen wird alles, was da lebt und bebt, in Begriffen trockengelegt, die weiter von der Kunst der frühen Neuzeit kaum entfernt sein könnten, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2015

Dank Ulrich Pfisterer und seiner auf breiter Quellenbasis angelegten Arbeit weiß Ralph Ubl nun auch, dass Kunst nicht nur dem sozialen Aufstieg und der Sublimierung dient, sondern auch eine erotische Komponente bietet, indem sie ihre Produktionsseite sexuell konnotiert. Im Zentrum des Bandes kann Ubl zusammen mit dem Autor Bilder betrachten, die mit Fruchtbarkeitsmetaphern aufwarten, um den Schaffensprozess zu illustrieren. Kunsthistorisch, meint der Rezensent, wandelt der Autor damit auf den Spuren Aby Warburgs. Die von Pfisterer gesichtete Menge an Theorien und Bildern scheint ihm enorm.
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