Aus dem Englischen von von Karin Schuler und Maria Zettner. Auf Gottes Spuren. In früheren Zeiten war Gott kein abstraktes Wesen, sondern hatte eine stark physische Komponente. Erst spät wurde die Lehre verbreitet, Gott habe keine Gestalt. Dieses Buch erzählt eine andere Geschichte: die des biblischen Gottes in all seinen körperlichen, unzensierten und skandalösen Formen.Indem es die theologische Fassade jüdisch-christlicher Frömmigkeit einreißt, offenbart es eine Gottheit, die ganz anders ist als der Gott, der heute von Juden und Christen auf der ganzen Welt verehrt wird. Denn für die frühchristlichen Menschen war Gott nicht nur muskelbepackt und gutaussehend: Er hatte übermenschliche Kräfte, irdische Leidenschaften und sogar eine Schwäche für das Ungeheuerliche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2022
Rezensent Jörg Frey folgt der Religionswissenschaftlerin Francesca Stavrakopoulou bei ihrer umfassenden Erkundung von Körperbildern Gottes in der Bibel, auf Bildern und in der spätantiken Kunst. Frey fällt dabei auf, dass weibliche Gottheiten dabei außer acht gelassen werden und die Autorin bei der ein oder anderen Deutung überzieht, etwa wenn sie das Rebenschneiden mit der Beschneidung in Verbindung bringt. Grundsätzlich stellt sich Frey bei der Lektüre die Frage, ob die Kontextualisierungen im Buch zielführend sind. Das Suggerieren, biblische Texte vollzögen durch ihre Vergeistigung eine Art Zensur, erscheint Frey fragwürdig. Er zumindest versteht die Subtilität der Bibel durchaus als Gewinn.
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