Als Märchenautor genießt der früh verstorbene Wilhelm Hauff (1802-1827) bis heute eine ungebrochene Popularität. Das umfangreiche Werk, das er binnen weniger Jahre schuf, hat aber noch weit mehr zu bieten: Mit Romanen, Novellen, Essays und satirischen Skizzen entfaltet es geradezu ein Panorama der beliebtesten poetischen Formen und Gattungen in der frühen Restaurationsepoche, die sich der selbstbewusste junge Dichter kreativ aneignete. Auch als ebenso kenntnisreicher wie kritischer Beobachter des Buchmarktes und des Publikumsgeschmacks ist Hauff eine faszinierende Gestalt der deutschen Literatur- und Mentalitätsgeschichte.
Dieser Band erzählt von Hauffs Leben im biedermeierlichen Schwaben und von seiner erstaunlichen Schriftstellerkarriere, er erläutert aber auch detailliert alle wichtigen Werke einschließlich der berühmten Märchenalmanache und ordnet sie in den literarischen, kulturellen und politischen Kontext ihrer Zeit ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.07.2018
Rezensent Tilman Spreckelsen erkennt spätestens mit Ulrich Kittsteins Biografie über den mit knapp 25 Jahren gestorbenen Wilhelm Hauff, dass er es bei Hauff mitnichten nur mit einem Märchenerzähler zu tun hat. Als typischen Repräsentanten des zeitgenössischen Literaturbetriebs stellt ihn der Germanist Kittstein laut Spreckelsen vor. Für den Rezensenten ein wichtiger Aspekt von Hauffs Wirken und eine nachvollziehbare Entscheidung des Autors, auch wenn so auf die letzten drei Lebensjahre das Hauptgewicht gelegt wird. Wie Kittstein Hauffs Bildungsweg und seine Haltung zur Politik seiner Zeit untersucht sowie das Verhältnis zu dem Verleger Johann Friedrich Cotta, findet der Rezensent wegweisend.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…