Die Visionen der Romantik haben die europäische Kultur der vermeintlich aufgeklärten Moderne geprägt - so viel epochaler Anfang war nie. Ob in der Philosophie, der Literatur oder der Kunst, die Romantik war eine wunderbare Neuaneignung unseres Welt- und Selbstverständnisses. Zu ihrer Konsequenz geführt aber wird die romantische Idee erst in der Schwarzen Romantik - erst diese leuchtet die Abgründe der Seele, das uns Fremde, die andere Seite der Vernunft aus und lässt die Utopie vom besseren Menschen brüchig aussehen. Die Kulturwissenschaftlerin Simone Stölzel unternimmt essayistische "Nachtmeerfahrten", literarisch-anthologische Erkundungen der schillernden schwarzromantischen Bilder- und Symbolsprache. "Nachtmeerfahrten" beleuchtet die dunklen, die anderen Seiten berühmter Autoren und geleitet uns in eine Welt der Geister und Schatten, die gerahmt und illustriert wird von Werken der bildenden Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2013
Thomas Meissner findet Simone Stölzels Anliegen in "Nachtmeerfahrten" eigentlich ziemlich löblich. Die Autorin möchte den dunklen Motiven der Romantik auf die Spur kommen, den Seelenfinsternissen, Gespenstern, dem Wahnsinn und dem Weltenbrand, berichtet er. Stölzel bezieht sich dabei auf viele Werke der klassischen Romantik, die sie eher referiert als interpretiert, erklärt der Rezensent, den die Form gelegentlich an ein Lesebuch erinnert hat. Gerade weil die Autorin aber gegen eine ähnliche Studie von Mario Praz wettert und ihm vorwirft, seine Textauswahl umfasse Werke, die weder romantisch noch romantisierend seien, findet Meissner es problematisch, dass auch sie sich regelmäßig verrennt und alles Mögliche romantisch nennt. Ihr Romantik-Begriff ist nicht weniger "blass und diffus" als der von Praz, meint der Rezensent. Sollte sich noch einmal jemand dieser Aufgabe stellen, Meissner wünschte sich eine klarere Unterscheidung von "Urbild und Abbild".
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Karl Ove Knausgard: Arendal Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…