Tomasz Rozycki

Zwölf Stationen

Poem
Cover: Zwölf Stationen
Luchterhand Literaturverlag, München 2009
ISBN 9783630621029
Kartoniert, 173 Seiten, 7,00 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Eigentlich wollte der namenlose Held in Rozyckis Roman doch nur wieder einmal seine alte Großmutter besuchen, in dem kleinen Opole, in der polnischen Provinz. Doch so ein Besuch hat seine Tücken. So leicht entkommt man den kauzigen Hausbewohnern und der Einladung zur ausladenden Piroggen-Verköstigung nicht. Und ehe er sich versieht, ist er für einen ungewöhnlichen Auftrag auserkoren: Er soll die in ganz Polen verstreute Verwandtschaft zusammentrommeln, um noch einmal in die Heimat zurückzukehren, aus der sie vor einem halben Jahrhundert vertrieben worden sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.03.2010

Mitunter riecht es etwas streng in diesem reimlosen Poem "Zwölf Stationen" von Tomasz Rozycki, warnt Judith Leister, die sich dann aber umso freudiger in diesen "gärenden und schillernden, brodelnden und krabbelnden Mikrokosmos der Provinz" begab. Gedeihen können die verschiedenen Zersetzungsprozesse auf der Erfahrung des Krieges und der Zwangsumsiedlung vieler Polen nach dem Zweiten Weltkrieg, erklärt die Rezensentin. Ein Enkel wird durch die polnische Provinz geschickt, um Verwandte abzuholen, die alle gemeinsam eine Reise in die alte Heimat machen wollen, fasst  Leister zusammen, die sogleich versichert, dass es sich bei dem Text keineswegs um "Vergangenheitsverklärung" handelt. In ihren Augen geht es Rozycki um die "Einheit des Seins", indem er "Idyll" und "Antiidyll" gleichermaßen in eine Sprache fasst, die mit den schönsten sprachlichen Bildern betört, wie Leister lobt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2009

Heimatliteratur, grenzenlos und grandios. So sieht Rezensentin Stefanie Peter das vorliegende Versepos des jungen Autors Tomasz Rozycki, den sie für den wichtigsten polnischen Dichter seiner Generation hält. Ein Glück, dass die Verse so "einfühlsam" von Olaf Kühl ins Deutsche übertragen wurden. Peter kommt so in den Genuss einer lyrischen Prosa, die Bezüge zu Gombrowiczs und Mickiewiczs hat und "souverän" die Tradition großer surrealer Naturbeschreibung fortsetzt. Peter folgt dem Autor und seinen Figuren zurück nach Lemberg, ins Land der Legenden und der Vertreibung, in ein Gemisch der Kulturen, dem Rozycki seine eigene poetische Ordnung verleiht. Ähnlich wie in den fantastischen Reiseberichten des 12. Jahrhunderts begegnet Peter hier Fabelwesen, Wippsterzen, Kruken und Taperlaken und "irrlichternden Erinnerungen" an vergangene Schrecken. "Rozycki sollten alle lesen", ruft sie.

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