Tom McCarthy

K

Roman
Cover: K
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2012
ISBN 9783421044891
Gebunden, 473 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. England, vor der Wende zum 20. Jahrhundert: Serge Karrefax kommt mit einer Glückshaube zur Welt, was dem Jungen eine außergewöhnliche Zukunft verheißt. Und tatsächlich, sein Leben spiegelt all die Wunder des soeben angebrochenen neuen Zeitalters. "K" steht für Kommunikation: Begeistert von der neuen Funktechnologie, verbringt Serge die Nächte mit der Suche nach Signalen im Äther. "K" steht für Krieg: Im Ersten Weltkrieg wird er als Funker eingezogen, und er liebt es, in seiner Flugmaschine, Kokain im Blut, Hölderlin auf den Lippen, über die Verwüstungen hinwegzufliegen. "K" steht aber auch für Krypta: Nach Séancen, Sex und Paranoia im Swinging London der Zwanziger verschlägt es Karrefax in das Ägypten Howard Carters. Bis sein Leben an jenem Tag, an dem er in eine der altägyptischen Grabkammern hinabsteigt, eine Wendung nimmt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.09.2012

Dirk Pilz staunt: Als er den Roman schon wieder höflich desinteressiert ins Regal stellen wollte, entfaltete er seine Wirkung, und der Rezensent las ihn ein zweites und ein drittes Mal, bis sich ihm das ganze Zitaten- und Verweisgespinst aufgetan hatte, und er die Geschichte des Serge Karrefax im Ersten Weltkrieg nicht nur als Kreuzworträtsel goutieren konnte, sondern auch als Bildungsroman und Kriegserfahrungsbericht. Kafka, Thomas Mann und Nobokov, alles ist drin, versichert Pilz, der aber keine Wette eingehen würde, dass er schon alles entdeckt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.05.2012

Brillant, flirrend, glitzernd, aber eben auch ausfasernd, haltungslos und schwülstig findet Christoph Schröder diesen Roman von Tom McCarthy. Nicht nur der Übersetzer hat es nicht leicht mit diesem Buch, das laut Schröder sprachlich so gern brilliert, auch der Leser wird anscheinend immer wieder auf Irrwege geführt. So vermutet Schröder zunächst einen viktorianischen Bildungsroman mit jeder Menge Psychologie. Doch Pustekuchen, Rückkopplungen in die Literaturgeschichte sind's. Und statt Reflexionen entdeckt Schröder nur Reize, eine Nervosität, die zwar den technischen Revolutionen der Jahrhundertwende angemessen ist, aber für Schröder leicht bis ins Heute reicht, zu Technikbegeisterung und Kommunikation als Herrschaftsinstrument, Technik, Kapitalismus und Gewalt. Die Figuren, das merkt Schröder, können da kaum ihren Subjektstatus behaupten, und Entwicklung im koventionellen Sinn kann es nicht geben. Schröder kann damit leben, aber eines vermisst er bitterlich: Ironie und ein Verhältnis des Textes zu sich selbst.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2012

Die Eiseskälte, die den Romanen Tom McCarthys entströmt, nimmt Angela Schader dem Autor nicht ganz ab. Auch in diesem dritten Roman des Briten entdeckt sie immerhin zaghafte Hinweise auf menschliche Wärme und Wünsche. Darüber aber konstruiert der Autor ein gnadenlos intellektuelles Bezugssystem aus historischen, naturwissenschaftlichen und literarischen Verweisen, das Schader mangels anderer Verlässlichkeiten (Handlung etwa) als Kohärenzmittel dient. So vermag sie der Geschichte des Militärfliegers Serge zwischen futuristischer Maschinenfaszination und inzestuöser Schwesterliebe zu folgen.
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