Tobias Rüther

Männerfreundschaft

Ein Abenteuer
Cover: Männerfreundschaft
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783871347481
Gebunden, 240 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Winnetou und Old Shatterhand, Goethe und Zelter, Ernie und Bert, Jonathan Franzen und David Foster Wallace die Beziehung zum besten Freund ist etwas Besonderes im Leben jedes Mannes. Wenn es glückt, verbringt man dieses Leben von klein auf miteinander, träumt vom Großwerden, vom Abhauen und noch von mehr: Unternehmen zu gründen, Frauen zu lieben, die Welt zu regieren. Freunde helfen sich und stehen einander bei, falls was schiefgeht. Eine Freundschaft kann in Krisen die Rettung sein oder selbst zur Krise werden, abkühlen, zerbrechen. An einer Freundschaft muss man arbeiten, Freunde gehen ein Risiko ein. Tobias Rüther, einer der profiliertesten jüngeren deutschen Kulturjournalisten, erzählt von besten Freunden, von Prinzen und Lastwagenverkäufern, Richtern und Schriftstellern.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.10.2013

Tobias Rüther redet in seinem neuen Buch keinem klischeebehafteten Bild von "Männlichkeit" das Wort, berichtet Maximilian Probst, er macht sich in "Männerfreundschaften" vielmehr auf die Suche nach der Varianz, indem er viele Beispiele gibt, Bücher und Songtexte interpretiert und mit Literaten und Soziologen spricht, fasst der Rezensent zusammen. Ein Erkenntnisgewinn kommt am Ende nicht dabei raus, verrät der Rezensent, die Auflösung, dass Freundschaft nicht geschlechtsspezifisch ist, sondern sich vor allem über das Reden und Teilen konstituiert, ist nichts Neues. Rüther will aber wohl auch hauptsächlich unterhalten, vermutet Probst, dazu fehlt dem Rezensenten aber ein wenig die Kontroverse. Wenn Männerfreundschaft schon in Freundschaft allgemein aufgelöst wird, hätte sich Probst wenigstens ein paar kritische Gedanken über diese allgemeine Freundschaft gewünscht, Beispiele für unglückliche oder verheerende Freundschaften, vielleicht gar über bekennende Einzelgänger.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.08.2013

Der FAZ-Redakteur Tobias Rüther hat ein Buch über Männerfreundschaften geschrieben, berichtet Franz Viohl, aber wer stirnrunzelnd eine klischeebeladene "Geschichte des Kumpelhaften" erwartet, wird angenehm überrascht, verrät der Rezensentenkollege von der SZ. Rüther ist nämlich durchaus genderbewandert, was sich allerdings gelegentlich in einer beinahe zu vorsichtigen Annäherung an das Thema äußert, jeder Verdacht der Essentialisierung soll umgangen, verallgemeinernde Aussagen oder gar Theoriebildung um jeden Preis vermieden werden, erklärt Viohl. Dadurch ist "Männerfreundschaft" eher eine Sammlung von Anekdoten und beispielhaften Pärchen aus der Literatur und aus dem echten Leben. Als wesentliche Motive stellen sich schließlich Zweckfreiheit und das Träumen von der Flucht aus dem Alltag heraus - eigentlich schreibt Rüther über Freundschaft ganz allgemein, meint Viohl, gerade darum lohne sich das Buch.
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