Andre Kubiczek

Skizze eines Sommers

Roman
Cover: Skizze eines Sommers
Rowohlt Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783871348112
Gebunden, 384 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

1985, Potsdam, große Ferien. Doch der sechzehnjährige René bleibt dieses Jahr zu Hause. Die Mutter ist tot, der Vater in der Schweiz; er lässt René tausend Mark da, die er brüderlich mit seinen Freunden Dirk, Michael und Mario teilt. Dies ist, und das spüren sie alle vier, ein Sommer, wie es ihn nie wieder geben wird für sie. Die Jungs streifen durch die heiße, urlaubsleere Stadt und sitzen in Cafés herum, während sie darum wetteifern, besonders geistreich zu sein. Und: Sie gehen zweimal pro Woche in die Disko. Denn bei allem abgeklärten Gehabe geht es doch vor allem darum, das richtige Mädchen zu finden. Während Dirk und Michael um die forsche Rebecca buhlen und der Halb-Libanese Mario, der erst vierzehneinhalb ist, mächtig Schlag bei den Frauen hat, brennt René darauf, das Mädchen wiederzusehen, das im "Orion" noch nie zur falschen Musik getanzt hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.09.2016

Mit seinem neuen Coming-Of-Age-Roman bringt André Kubiczek zur Vollendung, was er in den sechs vorangegangenen Romanen aufgebaut hat, freut sich Rezensentin Meike Fessmann. Mit "Skizze eines Sommers" habe der Autor seinen ganz eigenen Ton gefunden. Ebenso "lässig wie existentiell" erzähle Kubiczek aus der Sicht des jungen René von den speziellen Momenten der Jugend zwischen Glück und Schmerz, Erfüllung und Melancholie, von einem Sommer in Potsdam 1985, Ferien, ersten Küssen, aber auch von Verrat, Verlust und dem unerfüllbaren Streben nach dem vollkommenen Moment. "Jung sein und genießen", ist eben doch nicht so leicht, wie es im Rückspiegel aussieht, erinnert sich die hingerissene Rezensentin nicht ohne den obligatorischen Seufzer, ach.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.08.2016

André Kubiczeks "Skizze eines Sommers" ist ein tolles Buch übers Jungsein in der DDR, findet Sabine Vogel. Kassettenrekorder aus dem Internshop, Pop-Musik, toupierte Haare, jede Menge hemdsärmelige Melancholie und Übermut, zählt die Rezensentin auf. René hat einen Sommer sturmfrei und nutzt die Gelegenheit, um mit seinen Freunden einen drauf zu machen und Mädchen nachzustellen: "Ich habe die Arbeiterklasse geküsst", wird er immerhin sagen können, zitiert Vogel. Dazu kommen "Baudelaire und Konsorten", die zwar für teuer Geld beim Internationalen Buch erworben werden wollen, aber dafür ungemein gut zur schwarzen Lederjacke und zum Selbstbild passen, erklärt die Rezensentin, die Kubiczeks unverbrämter Jugendsound an Salinger erinnert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2016

Sommerferien 1985 und Rose-Maria Gropp ist noch mal 16 mit André Kubiczeks Coming-of-Age-Roman. Auch wenn eigentlich abgenudelt, kann der Autor dem Thema laut Rezensentin neuen Drive abgewinnen. Die am Rand von Potsdam spielende Story atmet, so Gropp, die Luft der DDR-Dämmerung. Auch wenn wenig bis nichts passiert, das "juvenile Schwingen" macht die Lektüre für Gropp aufregend genug. Wie sich Rauchen vor der Kaufhalle, sexuelle Vibes und Fachsimpeln über Musik anfühlt, lässt sich für Gropp hier nachvollziehen, quicklebendig, bildreich und ironisch.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 16.07.2016

1985 war das letzte Jahr der DDR, weiß Michael Pilz, das letzte Jahr des laufenden Betriebs nach Vorschrift wenigstens. Im Sommer dieses Jahres hat André Kubiczek seinen Roman "Skizze eines Sommers" angesiedelt, verrät der Rezensent, und es ist ein klassischer Bildungsroman: der sechzehnjährige René wird sich verlieben, sich finden und erwachsen werden, so Pilz. Nebenbei lesen er und seine Freunde Baudelaire, hören Zuhause New Order und die Triffids, und ärgern sich so sehr über Maggie Thatcher wie sie Gorbatschow langweilt, fasst der Rezensent zusammen. Die DDR bildet hier weniger die Kulisse als das Lebenselement dieser Geschichte, denn sie wird nicht erklärt oder übertrieben ausgestellt, sie ist einfach da, beschreibt Pilz.