Aus dem Englischen von Bernhard Kleinschmidt. Die Journalistin Norah Vincent hat eine höchst ungewöhnliche Feldstudie betrieben: Männer, so ihre Annahme, sind nur da richtige Männer, wo ihnen keine Frau zu nahe kommt, wo sie unter sich sind. Und so schlüpft sie für ein Jahr in die Haut eines Mannes. Nach monatelanger Vorbereitungszeit wird aus Norah Ned. In dieser Rolle versucht die Autorin zu verstehen, was ein Leben als Mann bedeutet. Dabei lernt sie die kumpelhafte Atmosphäre eines Bowlingteams kennen, taucht in die teils drastische Welt der Strip-Lokale und Nachtclubs ein, geht für einige Wochen in ein Mönchskloster und schließt sich einer Männergruppe an, die zu den Wurzeln der eigenen Männlichkeit zurückfinden will.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.2007
Viel Lärm um nichts. So lässt sich Bettina Engels Beurteilung dieses Buches von Norah Vincent auf den Punkt bringen. Da wollte die Rezensentin etwas über den männlichen Verhaltenskodex lernen und bekommt stattdessen nur ein "merkwürdiges Stück investigativen Journalismus" geboten. Die Maskerade (die Autorin schlüpft in eine männliche Identität), findet Engels, taugt eher zur Bewältigung der Identitätskrise der Autorin, als zum Erkenntnisgewinn der Leserin. Zu groß erscheinen der Rezensentin Vincents Angst, entdeckt zu werden und ihre Dankbarkeit, als Mann durchzugehen, zu sehr fällt die Autorin auf Klischees herein. Für Engels ist das befremdliche Bekenntnisliteratur.
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