Als Filmproduzent machte Herbert Engelsing unter den Nazis Karriere, Stars wie Heinrich George, Gustaf Gründgens und Paula Wessely spielten in seinen Filmen. Doch im Geheimen unterstützte er die Widerstandsbewegung "Rote Kapelle", half Juden und Gefährdeten. "Schutzengelsing" wurde er genannt. Nach dem Krieg galt er alliierten Geheimdiensten als "Schläfer" und Kommunist. Wer war dieser in Widersprüchen verfangene Mensch wirklich? Tobias Engelsing, der seinen früh verstorbenen Vater nie kennenlernen konnte, hat dessen Leben aus den Quellen der Zeit recherchiert. Eine wahre Geschichte, die zeigt, wie eng Mut und Opportunismus, Zivilcourage und Anpassung im Leben nebeneinander liegen oder unlösbar miteinander verflochten sein können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2022
Rezensent Bert Rebhandl erscheint die Biografie, die Tobias Engelsing über seinen Vater, den Juristen und Tobis-"Herstellungsgruppenleiter" Herbert Engelsing, aufschreibt durchaus von allgemeinem Interesse. Zwar fließt viel Privates ins Buch ein, so Rebhandl, doch die Abschnitte über die NS-Zeit, in der sich Engelsing sowohl in der faschistischen Filmindustrie als auch im Kreis der "Roten Kapelle" bewegte, findet er aufschlussreich und recht konkret. Filmhistorisch gibt der Band aber nicht allzuviel her, meint er.
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