Die Volksparteien machen derzeit auf dem politischen Parkett eine schlechte Figur. Ihre Umfragewerte bröckeln, ihr Personal wirkt müde und ihre Angebote scheinen beliebig. Im Aufschwung sind die politischen Ränder, insbesondere Rechtsaußen. Ein Rezept dagegen scheint es nicht zu geben. Politiker, Journalisten, Wissenschaftler und Wähler nehmen diese Entwicklung als unvermeidlich hin, das Ende des politischen "Systems" wird herbeigeredet. Dem widerspricht der Politologe Timo Lochocki: Die Volksparteien haben noch immer das Heft des politischen Handelns in der Hand. Dem Erstarken des Populismus lässt sich durchaus mit den Mitteln der Parteiendemokratie begegnen.
Seinem Buch liegen drei Anliegen zugrunde: Es möchte
• die aktuelle politische Lage auf Grundlage wissenschaftlicher Forschungen analysieren, ohne zu polemisieren und den moralischen Zeigefinger zu heben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2018
Die Afd macht Beute, lernt Rezensent Jens Schneider aus diesem Buch des Politikwissenschaftlers Timo Lochocki, und sie tue es dadurch, dass sie die anderen Parteien verändert. Diese These überzeugt den Rezensenten. Auch dass Lochocki den Kampf zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer als beste Wahlkampfhilfe für die AfD darstellt, findet er nachvollziehbar: Wenn selbst mächtigste Unionspolitiker der Kanzlerin Kontrollverlust vorwerfen, ohne Änderungen herbeizuführen, spielten sie damit der AfD in die Hände wie sonst niemand. Allerdings nehme Lochocki auch die orientierungslose SPD in die Pflicht. Wenn er daher einen umfassenden bürgerlichen Kompromiss fordert, ist der Rezensent einverstanden.
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