Autorenlesung. 1 MP3-CD. 200 Minuten. Als im April 1992 der Krieg beginnt, ist Tijan Sila nur zehn Jahre alt, doch bis heute kann er sich an den Geruch von gezündetem Sprengstoff erinnern. Während Sarajevo in Flammen steht, wird aus dem Jungen, der er damals war, ein junger Mann. Er streift durch die Ruinen der ausgebombten Stadt und sammelt Dinge, die von den Geflohenen und Gestorbenen zurückgeblieben sind, um sie auf dem Schwarzmarkt gegen Essen zu tauschen. Er lernt zu überleben, und er akzeptiert die grausame neue Normalität, doch zu welchem Preis? Seine Geschichte ist eine Geschichte des Unerwarteten. Sie erzählt davon, wie Dichter zu Mördern werden und Mörder zu Helden. Sie erzählt von Menschen, denen jede Menschlichkeit jäh genommen wurde, und von den Spreißeln, die der Krieg im Hirn jedes Überlebenden hinterlässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2023
Interessiert bespricht Rezensent Alexander Kosenina Tijan Silas' selbst eingelesene Hörbuchversion seines Romans über den Bosnienkrieg, der aus der Perspektive eines zwölfjährigen Jungen erzählt wird. Bis hin in den Sprechgestus eint das Hörbuch viel mit Saša Stanišićs "Herkunft", findet Kosenina. Es geht um die Härten und Entbehrungen des Krieges, in der die gebildeten Eltern der Hauptfigur keine große Hilfe sind, lernen wir. Beeindruckt ist Kosenina von der ungeschönten Beschreibung des Krieges, neben dem gleichwohl auch eine Art Alltag weitergeht. Das Ende spielt, schließt die Rezension, 25 Jahre nach dem Krieg und dreht sich um ein Wiedersehen der Hauptfigur mit alten Bekannten.
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