Herausgegeben von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Ernst Cassirer (1874 - 1945) gehört zu den bedeutenden Philosophen des 20. Jahrhunderts. Der in Breslau geborene und im New Yorker Exil verstorbene Cassirer war lange Jahre Professor und 1929/30 Rektor der Hamburgischen Universität und verließ die Hansestadt nach Machtantritt der Nationalsozialisten. Er ist Autor zahlreicher ideengeschichtlicher Werke, unter anderem zu Renaissance und Aufklärung sowie zur Goethezeit.
Als "höchst verdienstvoll" lobt Rezensent Oliver Müller diese Biografie. Thomas Meyer habe darin viele Dokumente und Briefe ausgewertet, die zuvor noch nie konsultiert worden seien. Nicht nur deshalb ist das fundiert recherchierte Buch für Müller ein wichtiger Katalysator für die längst fällige Entdeckung dieses bedeutenden Denkers des 20. Jahrhunderts. Besonders interessant findet der Rezensent Meyers Versuch, den Nebel zu lichten, der in der Forschung bislang über der Beziehung Ernst Cassirers zu Martin Heidegger liegt, besonders ihrer Davoser Disputation über Kant im Jahr 1929. Philosophiegeschichtliche Bedeutung hat die philosophische Debatte der beiden Jahrhundertdenker aus Sicht des Rezensenten, weil die Diskursdifferenzen der Disputanden für ihn die intellektuelle Demarkationslinie der Epoche markieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.12.2006
Mit dieser Biografie habe Thomas Meyer dem Philosophen Ernst Cassirer ein Denkmal gesetzt, schreibt Rezensentin Hedwig Linden. Überzeugen konnte Meyer die Rezensentin besonders mit der sachlichen Darstellung von Cassirers Werk und dessen Einbettung in Biografie und Zeitgeschichte. Auch findet sie den Spagat zwischen wissenschaftlichem Anspruch und der vom Konzept der Reihe, in der das Buch erschien, verlangten "populären Darstellungsweise" ausgesprochen gelungen. Der Rezensent skizziert Stationen in Leben und Denken Ernst Cassirers und streut immer wieder Zustimmungsbekundungen für Darstellungen und Urteile des Autors ein. Insgesamt hat man den Eindruck, Meyers Biografie könnte ein biografisches Standardwerk zu Ernst Cassirer geworden sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2006
Hohe Anerkennung zollt Hans Jörg Sandkühler diesem "großen Porträt" Ernst Cassirers, das Thomas Meyer vorgelegt hat. Er würdigt Cassirer als einen der bedeutendsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts, als Humanist und Demokrat, Historiker der Renaissance, Aufklärung und Goethezeit und wichtigen Wissenschaftsphilosoph der Mathematik und Physik. In Meyers auf umfangreichen Recherchen in Nachlass und Archiven basierender Biografie sieht Sandkühler eine "populäre Darstellung mit wissenschaftlichem Anspruch". Die von Sympathie getragene, instruktive und detaillierte Beschreibung von Cassirers Leben hat ihn rundum überzeugt. Im Mittelpunkt des Buchs findet Sandkühler den Menschen Cassirer in seinen privaten und öffentlichen Beziehungen, philosophischen und politischen Auseinandersetzungen, Freundschaften und Gegnerschaften. Demgegenüber werden die Werke des Philosophen seines Erachtens zwar knapp, aber treffend behandelt. Sein Resümee: "höchst lesenswert".
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