Carl Hagenbeck (1844-1913) - ein Name, den nicht nur jeder Hamburger kennt. Der einstige Fischhöker aus St. Pauli gehörte in der Hansestadt zu den ganz großen Unternehmern. Er wurde zum größten Tierhändler der Welt, als Erster brachte er sensationelle Völkerschauen nach Europa, vor hundert Jahren, am 7. Mai 1907, eröffnete er den für die damalige Zeit revolutionären Tierpark im Hamburger Stadtteil Stellingen, er propagierte und setzte die gewaltlose Dressur von wilden Tieren durch. Wer war dieser Carl Hagenbeck, der ein Stück Hamburger Geschichte verkörpert und dessen einmaliges Werk in der sechsten Generation von der Familie weitergeführt wird? In dieser Biografie des Journalisten Haug von Kuenheim wird Hagenbecks aufregendes Leben nacherzählt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2007
"Lesenswert" findet Britta Lange diese Biografie über Carl Hagenbeck, die Haug von Kuenheim zum hundertsten Geburtstag des Gründers des Hamburger Tierparks vorgelegt hat. Ausführlich zeichnet sie Hagenbecks Karriere vom "Fischhändler zum Impresario" nach. Dabei unterstreicht sie das neuartige Konzept seines Tierparks, der sich von den etablierten zoologischen Gärten durch seine weitläufigen Gehege und das weitgehende Fehlen von Gittern unterschied. Bisweilen hätte sich Lange vom Autor eine "differenziertere Befragung der Geschichte" gewünscht, etwa im Blick auf Hagenbecks Geschäft mit den "Völkerschauen". So habe die Serie von Todesfällen von "Eskimos" aus Labrador Hagenbeck zwar tief getroffen, ihn aber nicht daran gehindert, das Spektakel bald fortzusetzen. Zu den Stärken des Buches zählt sie demgegenüber die Schilderung der heute längst vergessenen Probleme, mit denen sich der Tierpark herum ärgern musste.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2007
Zum Geburtstag von Hagenbecks Tierpark vor hundert Jahren will Harald Eggebrecht auf den Gründer Carl Hagenbeck nichts kommen lassen. Die Lust am Tieregucken sei schließlich uralt. "Bitterkeit, sogar Wut" angesichts der von Haug von Kuenheim berichteten Tierschinderei schluckt Eggebrecht herunter und bewundert an Hagenbeck lieber den "Prototyp eines Selfmademan", der die Bedeutung des Artenschutzes durchaus erkannte. Hagenbecks in diesem Band vorgestellte Visionen von Tierparadiesen hingegen lassen Eggebrecht die Grenzen von Unternehmergeist und Geld gut erkennen.
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