Bekannt wurde der Hamburger Schriftsteller und Kaufmann Hans Erich Nossack (1901 - 1977) mit seinem Bericht "Der Untergang" über die Luftangriffe auf Hamburg im Sommer 1943. Die kürzlich aus dem Nachlass publizierten Tagebücher und Briefe Nossacks weisen ihn darüber hinaus als wachsamen Chronisten der Nachkriegsjahre aus und erregten breite Aufmerksamkeit. Die Autorin zeichnet in diesem Buch erstmals die Lebensstationen dieser außergewöhnlichen Schriftstellerpersönlichkeit nach. Mit einem Vorwort von Helmut Schmidt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2003
Rezensent Rainer Moritz zeigt sich sehr angetan von Gabriele Söhlings Biografie über Hans Erich Nossack (1901-1977). Er attestiert der Literaturwissenschaftlerin, die 1997 und 2001 bereits die Tagebücher und Briefe Nossacks herausgegeben hatte, eine "ideale Basis" für das Amt der Biografin dieses "spröden Autors", der das Gesicht des literarischen Nachkriegsdeutschland mit geprägt hatte, dann aber in Vergessenheit geriet. Söhling wisse um die Schwierigkeit, hinter die bürgerlich korrekte Fassade Nossacks zu schauen, sie scheue sich nicht, so Moritz, "mit behutsam eingesetztem psychologischem Besteck die Zerrissenheit dieser Existenz zu beschreiben". Das ist ihr seines Erachtens auch gelungen. Als "schnörkellos" und "fundiert" lobt er ihre Darstellung von Nossacks Kindheit und Jugend, seinen ersten mühsamen literarischen Schritten und den folgenden vielen Ehrungen, die an seiner melancholischen Haltung nichts änderten. Söhlings Biografie, resümiert der Rezensent, wecke Interesse für die Person Nossacks und vor allem für seine literarische Arbeit.
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