Aus dem Amerikanischen von von Thomas Wollermann. Macht die Reichen noch reicher! Mit diesem Programm wird man mitten in der Krise keine Wähler gewinnen, möchte man meinen, und doch ist den US-Republikanern genau das gelungen: Breite Wählerschichten begeistern sich für eine Verschärfung der neoliberalen Wirtschaftspolitik, unter deren Folgen sie selbst am meisten leiden. Wer wissen will, wie politischer Populismus funktioniert, kann von Amerika lernen: Arbeiter, rettet den Kapitalismus! - das ist eine Umdeutung der jüngsten Geschichte, wie sie absurder nicht sein könnte. Warum funktioniert sie trotzdem? In hautnahen, ebenso gruseligen wie witzigen Reportagen beschreibt einer der brillantesten Journalisten Amerikas die rhetorischen Kniffe und Strategien, mit denen eine skrupellose Rechte die Sehnsucht nach der guten alten Zeit schürt und sich zugleich selbst als radikaler Reformer gebärdet.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 10.10.2012
Kaum jemand spreche von den Republikanern, klagt Rezensentin Christiane Müller-Lobeck etwas überraschend nach Monaten eines ausgiebigst verfolgten amerikanischen Vorwahlkampfs. Nun gut. Aber offenbar haben auch die etwas von Thomas Franks neuem Buch, die bereits ahnen, welch gespenstische Entwicklung die Republikaner mit der Tea Party in den vergangenen Jahren genommen haben. Frank beschreibt die Unverfrorenheit, mit der die Konservativen nach den verlorenen Wahlen ihrer bisherigen Politik noch eins draufsetzten. Anstatt kleinlaut die Verantwortung für die fehlgeschlagenen Kriege oder das kollabierte Finanzsystem zu übernehmen, gaben sie die Schuld denen, die nicht konservativ genug waren. Die Märkte waren nicht dereguliert genug! Die Politik nicht konservativ genug! Sehr dankbar ist die Rezensentin auch für die von Frank auf einer Tea-Party-Demo entdeckte Parole: "Deine Hypothek ist nicht mehr Problem."
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