Keine andere Epoche hat unsere Sicht auf die Filmgeschichte derart tiefgreifend verändert wie die des frühen Kinos. In den Jahren zwischen 1895 und 1920 etablierte sich das Kino als Industrie und Institution im Konzert der Unterhaltungsmedien. Dass der Film sich dabei als wirkungsmächtigste (audio-)visuelle Repräsentationsform des 20. Jahrhunderts herausbildete, wirft Fragen auf, deren Beantwortung zur Orientierung in einer Zeit der scheinbar unbegrenzten medialen Auffächerung an Aktualität und Dringlichkeit noch gewonnen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2002
Der Rezensent Philipp Stiansy empfiehlt dieses Buch wärmstens - sogar eine veränderte Perspektive auf "Fragen der Sozial-, Mentalitäts- und Geschlechtergeschichte" hält er beim Leser dieses Buches nicht für ausgeschlossen. Kritisch und geschickt stelle es die Erforschung des "frühen deutschen Films in einen internationalen Rahmen", wobei die Untersuchung der Vorführbedingungen und Vermarktungsformen besonders lesenswert sei. Der Leser erfahre Details über die Standardisierung des Films durch die Filmindustrie und den aussichtslosen Kampf der Kinobetreiber für Autonomie. Der Autor, so lobt der Rezensent, führt den Leser klar und verständlich durch den Dschungel zwischen Filmgeschichte und Kinogeschichte. Am Ende des Buches spanne der Autor einleuchtend den "Bogen vom 'Kino der Attraktionen' zum Spektakel der Multiplexen".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.10.2002
Julian Hanich bespricht diesen Band von Thomas Elsaesser, der seiner Ansicht nach einen wichtigen Beitrag dazu leistet, die beklagenswerten Lücken in der deutschen Filmwissenschaft zu füllen, die immer noch der amerikanischen hinterherhinke. Elsaesser, der zu den bedeutendsten Filmwissenschaftlern Europas gehöre, habe sich nun besonders der Welt von Kintopp und Stummfilm gewidmet, und dies im Rahmen einer überaus umfassenden Filmgeschichte. Besonders zeichne sich dieses Werk dadurch aus, dass der Autor deutlich über den Tellerrand schaue, so der Rezensent. Elsaesser zitierend erläutert er, dass "Filmgeschichte mehr sei als die Geschichte der Filme". Dementsprechend widme sich der Autor viel allgemeiner der "Geschichte des Audiovisuellen" und auch dessen Umsetzung in den frühen Kinovorführungen. Daher sei mit diesem Buch ein entscheidender Schritt getan, um auch die deutsche Forschung in diesem Bereich voranzubringen.
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