Das Buch "Die unheimliche Maschine" untersucht das Austauschverhältnis von populärer Anthropologie, nationaler Identität und kolonialer Nostalgie nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. Ausgehend von Ansätzen der postkolonialen Theorie, analysiert Tobias Nagl die Produktion und Rezeption einer Vielzahl vergessener oder verschollener Spiel- und Dokumentarfilme in ihrem ästhetischen, politischen und film-wirtschaftlichen Kontext. In den unterschiedlichsten Genres vom populären Abenteuer-Serial über den ethnografischen Kulturfilm bis zum Musikfilm erkennt Nagl gemeinsame Konstruktionsweisen eines nicht-weißen Anderen, das als unheimliche Projektionsfläche ambivalenter Begierden diente und sowohl Faszination wie Angst auslöste. Zugleich rekonstruiert Nagls Buch die vergessene Geschichte schwarzer und asiatischer Migranten in Deutschland, die im Weimarer Kino ein Auskommen als "Exoten" fanden, aber auch gegen ihre rassistische Repräsentation intervenierten.
David Kleingers lobt Tobias Nagls Studie über rassistische Darstellungen im Film der Weimarer Republik als von gleichermaßen politischer wie filmgeschichtlicher Bedeutung und sieht darin einen Paradigmenwechsel vollzogen. Hatte Siegfried Kracauer in seiner Geschichte des Weimarer Kinos von 1959 eine Entwicklung hin zu totalitären, nationalsozialistischen Theorien festgestellt, erkennt der in den postcolonial studies verankerte Autor in den rassistischen Stereotypen von Schwarzen im Film eine Reaktion auf den verlorenen Ersten Weltkrieg, den Verlust der Kolonien und die Besetzung des Rheinlandes, referiert der Rezensent. Kleingers zeigt sich sowohl von der Materialfülle mit so manchem bislang unbekannten Dokument als auch vom breiten Wissen des Autors beeindruckt und findet, dass die umfassende Studie nicht zuletzt durch Günter Wallraffs etwas umstrittenen Dokumentarfilm "Schwarz auf Weiß" besondere Aktualität und "politische Relevanz" erhält.
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