Der Streit zwischen Isaac Newton und Gottfried Wilhelm Leibniz weitet sich zu einer Staatsaffäre aus. Ihre maßgebende Diskussion über das Wesen der Zeit markiert die radikale Umwälzung des Zeitverständnisses in einer Epoche, in der die Genauigkeit mechanischer Uhren sprunghaft gestiegen ist: Erst jetzt können die Ziffernblätter Minuten und Sekunden differenzieren und der private Besitz von Uhren wird für das großstädtische Bürgertum zur Selbstverständlichkeit. Anhand der Lebensläufe von Leibniz und Newton rollt Thomas de Padova die Geschichte unseres Verständnisses von Zeit auf. Er zeigt, warum die Zeit an der Schwelle zum 18. Jahrhundert so allgegenwärtig und zugleich zu einem zentralen Thema der Wissenschaft wird. Kurz: warum die Neuzeit ihren Namen zu Recht trägt. Eine fesselnde Entdeckungsreise in die beschleunigte Welt der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.09.2013
Das ist doch schon mal was, meint Helmut Mayer, der aus diesem Sachbuch von Thomas de Padova immerhin den Eindruck mitnimmt, dass sich aus den hier dargestellten Differenzen zwischen Leibniz und Newton viel über die Wissenschaftskultur der Frühen Neuzeit lernen lässt. Die ideengeschichtlich spannenden Differenzen zwischen Newtons und Leibniz' Naturphilosophie findet er in der Doppelbiografie überdies bündig skizziert. Allein die Fokussierung auf die Entwicklung neuer, mechanischer Zeitmesser scheint Mayer problematisch. Was der Autor hier verkaufsfördernd an erzählerischer Breite rausholt, vermisst der Rezensent in der Tiefendimension. Hier, meint er, hätte de Padova ruhig etwas weiter bohren dürfen.
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