Mit 14 farbigen Abbildungen. Émilie du Châtelet (1706-1749) war eine französische Mathematikerin, Physikerin und Philosophin. In den 1730er Jahren begegnete sie Voltaire, beide verband über 16 Jahre eine intellektuelle Freundschaft und Liebesbeziehung. Ihren Rückzugsort fanden sie in einem Schlösschen in der südlichen Champagne, dem legendären Château de Cirey. Hier arbeiteten Émilie und Voltaire unermüdlich und empfingen Gäste aus Wissenschaft und Adel. In dieser Zeit entstanden auch die wichtigsten Werke Émilies: die "Institutions de physique", die "Rede vom Glück" oder die "Examens de la Bible" und schließlich die Übersetzung und Kommentierung der "Principia" von Isaac Newton. Du Châtelet war eine der ersten Wissenschaftlerinnen Frankreichs, lange bevor Frauen zu einem Universitätsstudium zugelassen waren. Als Autodidaktin und Privatschülerin ist sie auf den Geisteszug der Zeit aufgesprungen und hat sich, wie es seit dem 17. Jahrhundert Mode war, mit Naturwissenschaften und Philosophie gleichermaßen auseinandergesetzt. Dies fruchtete in Publikationen, was für eine Frau damals der absolute Ausnahmefall war.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.03.2026
Émilie du Chatelet war eine geniale Mathematikerin und Naturphilosophin. Dass man sie fast nur als Geliebte Voltaires kennt, ändert sich hoffentlich mit dieser Biografie der Historikerin Andrea Brill, hofft Kritiker Konstantin Sakkas. 1706 geboren, wurde Émilie du Chatelet früh von ihrem Vater gefördert, dynastisch und persönlich günstig verheiratet und lernte mit Mitte 20 Voltaire kennen, mit dem sie über Philosophie und Physik diskutierte und über den sie auch in Kontakt mit Friedrich dem Großen kam, wie Sakkas schildert. Ihr Hauptwerk ist die Übersetzung von Isaac Newtons Principia ins Französische, doch auch viele eigene Beiträge, etwa zur Religionskritik, hat sie verfasst, erfahren wir. Der Rezensent liest in Brills Darstellung eine gelungene Aufarbeitung des Lebens dieser Frau, die ihre Zeit geistreich und intelligent zu erleben und zu ändern gewusst habe.
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