Was wissen wir heute noch über Sir Isaac Newton (1643-1727)? Da gibt es die Anekdote vom grüblerischen Einzelgänger, dem anlässlich eines herabfallenden Apfels ein Licht über den Bau der Welt aufgeht. Und da gibt es eine sehr komplexe mathematische Leistung, die zur Grundlage der neuzeitlichen Naturwissenschaft geworden ist. David Berlinski hat über Dinge geschrieben, die uns heute so vertraut sind, daß wir uns eine Zeit kaum vorstellen können, in der sie nicht selbstverständlich waren - die Berechenbarkeit von Planetenbahnen, die universelle Gültigkeit der Gravitation. Das scheinbar Selbstverständliche macht Berlinski wieder spannend, denn er zeigt uns das problematische Genie hinter diesen Erkenntnissen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2002
Leicht spöttisch nimmt der "rox." zeichnende Rezensent dieses Buch des Mathematikers David Berlinksi aufs Korn. Der Autor erinnere uns daran, wie sehr wir die Welt auch dreihundert Jahre nach Newtons Tod noch durch dessen "Brille" sehen: Unsere Vorstellungen von Mechanik, Optik, Astronomie seien alle noch durch Newton geprägt. Berlinski erinnere aber auch daran, dass Newtons allgemeines Gravitationsgesetz sich nicht "materiell" erklären lasse. Newton scheint damit kein so großes Problem gehabt zu haben: Er hatte in seiner "Principia" einfach die Theologie zu Hilfe genommen. Für den Mathematiker Berlinski ist das, glaubt man rox., schwerer zu schlucken als für den Philosophen Newton.
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