Dr. Thomas Bergner hat einen neuen Patienten: Deutschland! Diagnose: Burnout. Absolut verblüffend stellt der Burnout-Experte dar, wie sich Deutschlands politische und gesellschaftliche Entwicklungen sowie die gedrückte Stimmung im Land auf ein und denselben Befund zurückführen lassen - und wie wir der Passivität und dem Missmut entkommen können. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Deutschen eine Neigung zur Apokalyptik haben: Wenn ein Gefühl viele Deutsche bewegt, dann ist es Unzufriedenheit. Immer mehr berichten auch von einem Gefühl der Leere, von Überforderung und Orientierungslosigkeit. Überbürokratisierung und politischer Reformstau scheinen zur Staatsräson geworden zu sein und zerren an unseren Nerven. Die aktuellen Krisen verstärken das negative Empfinden: Kriege, Rechtsruck, Klimawandel, Inflation. Doch was wäre, wenn dies nur Symptome einer Erkrankung sind? Der Arzt und Berater Thomas Bergner sieht in diesen Entwicklungen deutliche Anzeichen von Burnout.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.04.2025
Rezensentin Katharina Teutsch kann der Diagnose des Psychologen und Coach Thomas Bergner durchaus zustimmen: Deutschland steuert angesichts multipler Krisen auf ein Burnout zu - die "ganz große Depression" ist aber noch abzuwenden. Dass der Krankenstand deutscher Angestellter auf Rekordniveau liegt, erfährt die Kritikerin hier ebenso, wie sie liest, dass der Anteil deutscher Studenten und Studentinnen, die Antidepressiva verschrieben bekamen, zwischen 2019 und 2023 um 30 Prozent stieg. Bergner, der Führungskräfte coacht, schlägt zunächt mal vor, dass Deutschland sich mit selbst versöhnen müsse, auch in dem das Land Erinnerungskultur und Arbeitswut in Gestaltungswille umwandelt, liest Teutsch. Ein bisschen mehr als Phrasen wie "Verstehen", "Versöhnen" und "Zukunft gestalten" hätte sie sich dann aber doch gewünscht.
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