T.S. Eliot, Charles Reznikoff, Wolfgang Welt

Schreibheft

Zeitschrift für Literatur. Band 88
Cover: Schreibheft
Rigodon Verlag, Essen 2017
ISBN 9783924071455
Kartoniert, 200 Seiten, 13,00 EUR

Klappentext

Wolfgang Welt: Die Pannschüppe. Roman / Charles Reznikoff: Zeugnis. Die Vereinigten Staaten (1885-1915). Rezitativ / T.S. Eliot, Krimileser

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.04.2017

Der hier rezensierende Wolfgang-Welt-Freund Frank Schäfer ist dankbar, dass Norbert Wehr neben einigen Briefen an Hermann Lenz, Siegfried Unseld oder Frank Witzel auch Welts Romanfragment "Die Pannschüppe" mit ins aktuelle Schreibheft aufgenommen hat. Zwar muss der Kritiker hier gerade im Vergleich mit den frühen "kackfrechen" und megalomanischen Briefen geknickt feststellen, wie die jahrelange krankheitsbedingte Einnahme von Psychopharmaka Welts Schreibvermögen beeinflusste: Die Kindheits- und Jugenderinnerungen erscheinen Schäfer wenig "plastisch", die Figuren austauschbar, nur Welts Schilderungen seines Sehnsuchtsorts London vermögen zu fesseln, meint der Rezensent. Dennoch lässt er sich gern noch einmal von dem melancholisch bewegenden "Personalsound" des Autors, der dem Lakonismus stets zu entfliehen versuchte, gefangen nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2017

Jürgen Kaube liest die neue Ausgabe der Zeitschrift "Schreibheft" über den Krimileser T. S. Eliot und lernt allerhand dabei. Die abgedruckten Rezensionen Eliots aus dessen Zeitschrift "The Criterion" aus den Jahren 1927 bis 1929 zeigen Kaube den Schriftsteller als geübten Leser und Kritiker, der über Form und Gattung des Krimis nachdenkt und en passent Fragen streift, wie: Wie schlau darf ein Detektiv eigentlich sein? Dass Eliot auch gut austeilt gegen Krimis, die seiner Meinung nach zu abenteuerlich oder pastoral daherkommen, gefällt Kaube. Friedrich Anis Nachwort erinnert den Rezensenten daran, dass die aktuelle Krimiproduktion eine Orientierung à la Eliot gut gebrauchen kann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.03.2017

"Nimm und lies!" ruft Rezensent Willi Winkler. Das Verdienst der Zeitschrift "Schreibheft", Wolfgang Welts Fragment gebliebenen Roman "Die Pannschüppe" herauszugeben, kann der Kritiker gar nicht genug würdigen: Hingerissen vom einzigartigen, "atemlos gebremsten" Sound und den "scheinschlichten" Sätzen des im vergangenen Jahr im Alter von 64 Jahren verstorbenen Ruhrpott-Schriftstellers, liest der Rezensent von Fußball, Frikadellen, Fernsehen, Buddy Holly und weitere Anekdoten des Autors, der befreundet und gefördert von Peter Handke oder Hermann Lenz, psychisch erkrankt als Nachtwächter am Bochumer Schauspielhaus arbeitete. Dass dem Band die Brief- und Mailwechsel mit Frank Witzel, Hermann Lenz oder Siegfried Unseld beigegeben sind, ist für Winkler eine besondere Freude.

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