Herausgegeben von Norbert Wehr. Aus dem Inhalt: IN DEN RUINEN DER ZUKUNFT - Lars Jakobsons marsianische Biographie (mit einem Essay von Thomas Fechner-Smarsly). TOTAL TRANSLATION - Die Dichter Jerome Rothenberg, Haroldo de Campos und William Bronk (mit Beiträgen u.a. von Norbert Lange, Charles Bernstein und Stefan Ripplinger). DER ÜBERSETZERHELM - Inger Christensen: Äther, Peter Adolphsen: Der perfekte Text, Niels Lyngsø: Force Majeure. Übersetzungen aus dem Nachlaß von Hanns Grössel (mit Nachschriften von Peter Urban-Halle und Jürgen Ritte).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2014
Das "Schreibheft" erinnert in seiner zweiundachtzigsten Ausgabe an den Übersetzer und Kritiker Hanns Grössel, berichtet Andreas Rossmann. Der Herausgeber Norbert Wehr hat zusammen mit Ulrike Janssen in wochenlanger Arbeit den Nachlass Grössels geordnet, weiß Rossmann, und die erhaltenen Rezensionen, Übersetzungen, Briefe und Fotos erzählen die Geschichte eines "poetischen Bigamisten", der literarisch zwischen Frankreich und Dänemark hin und her gewandert ist und insgesamt je ein gutes Dutzend Autoren übersetzt hat, so der Rezensent. Unter dem "Übersetzerhelm" - ein Ausdruck, der aus der Geschichte "Marie, Wott und der Geihnachtsmann" von Peter Adolphsen stammt, wie Rossmann verrät - verband Grössel zeitlebens immer viele Rollen: er war "Entdecker, Förderer, Fürsprecher, Nachdichter, Herausgeber und Weggefährte der Autoren", erklärt der Rezensent.
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