Zu Fuß und mit dem Bus ist Sylke Tempel unterwegs in Israel und entdeckt ein faszinierendes Land, das sich stets neu erfindet. Auf den Spuren des Exodus reist sie von Kairo durch die Halbinsel Sinai, über die West Bank und die Felsenfestung Massada bis nach Jerusalem. Sie schildert Haifa, die sanfte Schönheit Galiläas, das Jezreel-Tal, in dem die ersten Siedlungen zionistischer Einwanderer entstanden, und endet mit einer Liebeserklärung an Tel Aviv. Sie wandert in Begleitung von Beduinen durch die Berge, besucht Rinderzüchter in der Wüste, trifft religiöse Fanatiker und Pioniere der ersten Stunde, begegnet eislaufenden Russen, israelischen Arabern, äthiopischen Neuankömmlingen oder syrischen Drusen, spricht mit Holocaust-Überlebenden und Soldaten und mischt sich unter Hippies und High-Tech-Spezialisten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.05.2008
Angetan zeigt sich Rezensent Carsten Hueck von Sylke Tempels Buch über Israel. Wie er berichtet, hat die Autorin zehn Jahre als Nahostkorrespondentin in Israel gelebt, unternimmt in vorliegendem Buch aber gleichwohl den Versuch, Land und Leute noch einmal neu kennen zu lernen und nicht durch die Korrespondenten-Brille zu sehen. Das scheint ihr gut gelungen zu sein. Die zahlreichen erhellende Eindrücke, die Tempel niederschreibt, fügen sich in Huecks Augen zu einer "bunten Reportage". Besonders hebt er hervor, dass sich die Autorin nicht auf aktuelle Wahrnehmmungen beschränkt, sondern auch die jüdische Geschichte einbezieht. Zudem findet er in dem Buch immer wieder aufschlussreiche, mit subjektiven Eindrücken vernüpfte Exkurse zum biblischen Geschehen.
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