Sudhir Venkatesh

Floating City

Gangster, Dealer, Callgirls und andere unglaubliche Unternehmer in New Yorks Untergrundökonomie
Cover: Floating City
Murmann Verlag, Hamburg 2015
ISBN 9783867744218
Gebunden, 310 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. New York ist die schwebende Stadt. Mit einem fein gesponnenen Netzwerk zwischen den Wohlhabenden der feinen Gesellschaft und den verzweifelten Immigranten oder bettelarmen Einheimischen. In verborgenen Ecken und Winkeln begegnet man sich. Hier setzt Venkatesh an und sucht die Schnittstellen, die Arm und Reich verbinden. Zum Beispiel Callgirls aus begütertem Haus, die ihren Prostitutionsalltag selbst organisieren. Oder Dealer, die vordergründig Kunstausstellungen und die Kulturbourgeoisie unterstützen, gleichzeitig das Publikum mit Drogen versorgen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.08.2015

Der Soziologe Sudhir Venkatesh versteht sein neuestes Buch "Floating City" als Erinnerung an seine Forschungsarbeit im New Yorker Untergrund, weiß Rezensentin Claudia Steinberg. Das mag den persönlichen Ton erklären, in dem der Autor Anekdoten aus Drogenhandel und Prostitution erzählt, so Steinberg. Die Nähe führt aber auch zu einem offensichtlichen "Zwiespalt zwischen Observation und Anteilnahme", die Venkateshs Rückschlüsse auf gesellschaftliche Gesetzmäßigkeiten immerhin fragwürdig werden lassen, meint die Rezensentin. Wo Vorurteile gegen die Schattenwirtschaft vermieden werden, wird dafür kräftig romantisiert, was dem Gegenstand kaum angemessener ist, findet die Rezensentin. Jedenfalls erscheint es Steinberg merkwürdig, wenn Drogendealer als philanthropische Underdogs auf der Jagd nach dem amerikanischen Traum dargestellt werden.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 30.05.2015

New York einmal anders sieht Stefan Grund mit den Augen des Soziologen Sudhir Venkatesh. Die Skyline mit Koks zeichnend, wie Grund meint, macht der Autor den Leser auf gekonnte Weise bekannt mit der prosperierenden Schattenökonomie der Stadt. Dass der Autor dabei zwischen soziologischen Schulen und Forschungsgebieten switcht, mal teilnehmender Beobachter, mal spannend berichtender Journalist und dann wieder klug argumentierender Wissenschaftler ist, macht die Sache für Grund interessant. Drogen, Mädchen, Geld und ein Autor mit Erkenntniswillen machen ein gleichermaßen schillerndes wie erhellendes Sachbuch der besonderen Art, versichert der Rezensent, fast wie ein Krimi, meint er.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.03.2015

Andreas Fanizadeh kann sich für Sudhir Venkateshs soziologische Studien sehr begeistern. Das liegt nicht nur daran, dass sich diese so spannend und sinnlich wie ein Roman lesen, sondern auch an der Arbeitsweise des Autors, der sich für seine Feldforschungen - im vorliegenden Band geht es um Drogenhandel und Prostitution in New York und vergleichbare Milieus - weit vorwagt und aktiv das Vertrauen der Menschen sucht, deren Lebenswelt er erforscht. Akademischen Standards genügt dieser Band zwar nicht, wie Venkatesh selbst aus freien Stücken einräumt; doch umso größer fällt das Vergnügen des Kritikers aus: Der findet Venkateshs These, dass sich in den porträtierten Milieus "schwebende Gesellschaften" auf Zeit bilden, zum einen gut illustriert, und lässt sich von den Milieudarstellungen dieser "literarisch geglückten Sozialreportage" gerne faszinieren.

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