Klappentext
Superreich ist ein Mensch, der über viele Millionen Euro verfügt. Hierzulande besitzen 2900 Personen gut 20 Prozent des Finanzvermögens. Mit dem Geld, das man braucht, um die größten Superjachten weltweit nur ein Jahr instandzuhalten, könnte man die Schulden der Entwicklungsländer auf einen Schlag tilgen. Welches Ausmaß an Ungleichheit verträgt eine Gemeinschaft, verträgt die Demokratie, in der zumindest theoretisch jede Stimme gleich viel wert sein soll? Wie viel dürfen Einzelne für sich beanspruchen in einer Welt, in der die Ressourcen endlich sind? Müssen wir dem Reichtum Grenzen setzen? Julia Friedrichs begibt sich auf die Spuren des Geldes. Eine Reportage über die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.12.2024
Ein spektakuläres Buch über Superreiche hat Julia Friedrichs laut Rezensent Christian Rabhansl geschrieben. Spektakulär, weil es nicht nur um Millionäre, sondern gleich um Milliardäre geht, aber auch, weil deren sonst unsichtbares Leben hier offengelegt wird, erläutert Rabhansl. Erstaunlich außerdem, dass die Reichen mit all ihrem Geld nichts Vernünftiges anzufangen wissen, findet der Rezensent nach der anregenden Lektüre.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2024
Wie sieht es eigentlich aus in der Welt derer, die sich Megayachten als "Lieblingsspielzeuge" kaufen? Das hat sich Julia Friedrichs gefragt und ein Buch darüber geschrieben, das Rezensentin Ulla Fölsing besonders in den Teilen überzeugt, die sich mit der Soziologie des Reichtums und der "Steuermoral" befassen. Die 21 Kapitel sind in Gesprächen mit jenen Superreichen entstanden, erklärt Fölsing, auf die Denglisch-Einsprengsel darin hätte sie allerdings verzichten können. Friedrichs Idee, "Überreichtum" zu beschränken, ist zwar nicht wirklich neu, aber lesenswert ist das Buch trotzdem, wie sie schließt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2024
Nicht durchweg neu, aber aufschlussreich ist, was Julia Friedrichs über die wunderbare Welt der Superreichen herausgefunden hat, findet Rezensentin Melanie Mühl. Geduldig hat sich Friedrichs an die exklusive Welt der Milliardäre herangepirscht, lernen wir, diejenigen, mit denen sie für das Buch gesprochen hat, verraten nicht alle ihre echten Namen. Viele, wie etwa "Mr. Capri-Sonne", sind wenig interessiert daran, ihre Privilegien zu reflektieren oder gar über die gesellschaftlichen Folgen einer wachsenden Ungleichheit nachzudenken, erzählt Mühl. Aber es gibt auch Gegenbeispiele wie Marlene Engelhorn, die ihr Erbe von einem Bürgerrat verteilen lässt. Keineswegs geht es Friedrichs darum, Reiche persönlich anzugreifen, stellt die Rezensentin klar, durchaus jedoch wird in dem Buch die Frage gestellt, welche zum Beispiel auch ökologischen Konsequenzen der Wunsch nach persönlichem Luxus (Mega-Yachten!) haben kann. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch über beängstigende gesellschaftliche Realitäten, resümiert die Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 29.08.2024
Julia Friedrichs wendet sich in ihrem Buch einem Thema zu, über das man viel zu wenig weiß, findet Rezensentin Susanne Billig: die Welt der Superreichen. Unter anderem setzt sich Friedrichs mit der Reichtumsforschung auseinander, die, was Art und Umfang großer Vermögen in Deutschland betrifft, oft im Dunkeln tappe. Außerdem unterhalte sie sich mit einigen Reichen und mit Menschen, die deren Vermögen verwalten. Manche Superreiche machen sich durchaus Gedanken darüber, erkennt Billig nach der Lektüre, was ihr Reichtum zum Beispiel aus Gerechtigkeitsperspektive bedeutet, andere, wie etwa der Müllermilch-Magnat Theo Müller, quälen die Autorin mit frauenfeindlichen ökonomischen Traktaten von anno dazumal und sagen dann ein bereits zugesagtes Gespräch ab. Insgesamt macht das lesenswerte Buch der Rezensentin klar: Über Reichtum muss mehr kommuniziert werden.
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