An sich ist die Nachricht, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, nicht neu - aber gerade das ist das eigentlich Erschütternde: Nichts scheint diese Entwicklung aufzuhalten. Auf der einen Seite steigt die Zahl der Deutschen, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Im Jahr 2005 waren das bereits gut zehn Millionen. Dem gegenüber steht die Zahl der Reichen, nämlich 1,6 Millionen Bürger, die mehr als 500.000 Euro besitzen, und Superreichen, mittlerweile 3.700 Bürger, die mehr als 30 Millionen Euro besitzen. Egal, an welchem Ende man ansetzt, seit Jahren gilt: Tendenz steigend. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich für die Menschen? Dieses Buch zeigt, welche Formen und bisweilen Auswüchse Armut und Reichtum im heutigen Deutschland annehmen, und es zeigt, welche Menschen dahinterstecken. Damit bekommen die Extreme dieser Entwicklung ein Gesicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Nils Minkmar begrüßt Helmut Kuhns Buch über die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich im heutigen Deutschland. Er betrachtet es nicht als weiteren "Thesenbrüller" zum Thema, sondern einfach nur als "gutes Buch". Das liegt für ihn auch am Ansatz des Autors, der sich seinem Thema als Reporter nähert. Eindringlich scheinen ihm in diesem Zusammenhang die Geschichten des Autohändler Peter Gunsch und der "Arche" in Berlin-Hellersdorf. Die Stärke Kuhns ist in seinen Augen, aus sozio-ökonomischen Fällen Personen zu machen, deren Geschichten den Leser ehrlich interessieren. Außerdem hat ihm der Tonfall des Buchs gut gefallen.
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