Herausgegeben von Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin. Mit einem Beitrag von Elfriede Jelinek. In der verschwiegenen Welt der Banken hat sich eine Art "Finanzaristokratie" herausgebildet, der die neuerdings sogenannte "Realwirtschaft" völlig egal zu sein scheint. Claudia Honegger, Sighard Neckel und Chantal Magnin sind mit ihren Forschungsteams in diese Welt eingedrungen und haben mit deutschen, österreichischen und schweizerischen "Finanzsoldaten" gesprochen. Die dabei entstandenen soziologischen Porträts bilden den Kern dieses Buchs. Sie beantworten Fragen wie: Wie deuten Banker und Bankerinnen die Krise auf den Finanzmärkten? Wie ist es dazu gekommen? Wer trägt die Verantwortung? Zu den Porträts kommen Analysen, Feldbeschreibungen, Essays und ein Glossar. Im Fokus steht dabei die Entstehung von "Söldnerheeren", die gegeneinander kämpften, zugleich aber einen Feldzug führten gegen die Bankkunden, die börsennotierten Unternehmen, gegen ganze Volkswirtschaften und letztlich gegen die reale Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.06.2010
Rolf Wiggershaus begrüßt diesen spannenden, von Claudia Honegger und anderen herausgegebenen Band mit "Berichten aus der Bankenwelt". Mit seinen 31 Interviews mit Bankern und einer Reihe von ergänzenden Essays bietet das Werk in seinen Augen einen höchst instruktiven Einblick ins Innere des Bankgeschäfts. Praktiken und Denkstile der Banker werden dank ihrer offenherzigen Auskunft für ihn transparent. Wiggershaus attestiert den Herausgebern Fairness und Nüchternheit. Der Band zeigt für ihn nicht zuletzt, "dass solide Banker der Hilfe von außen bedürfen, damit nicht bloß das Finanzkasino saniert wird".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2010
Eine erschöpfende Betrachtung und Erklärung der Finanzkrise steht laut Andreas Zielcke weiterhin aus, was er vor allem der "akademischen Arbeitsteilung" anlastet. Und so hat er am vorliegenden Sammelband mit Essays und Gesprächen mit Bankern und Finanzexperten, herausgegeben und geschrieben ausschließlich von Soziologen, das Problem, dass sich die Autoren auch ausschließlich mit soziologischen Fragestellungen befassen. Die findet Zielcke unbestreitbar sehr ergiebig, trotzdem hätte er sich gewünscht, dass man den interviewten Finanzexperten auch ökonomische Fragen gestellt hätte, um tieferen Einblick über die Mechanismen und die Gründe für den Zusammenbruch des Finanzmarkts zu erlangen. Davon abgesehen hat der Rezensent schon mit großem Interesse über "Mentalität, Habitus, Weltanschauung, soziale Welten und Strukturen" gelesen. Insbesondere aufschlussreich fand er den von den Autoren diagnostizierten "kulturellen Bruch" zwischen den gewöhnlichen Mitarbeitern der Banken und den Investment-Bankern, und auch den Vergleich zwischen spezifisch männlichem und weiblichem Verhalten in der Finanzwelt fand er offenkundig erhellend.
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