Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus-Dieter Schmidt. Demokratien sterben mit einem Knall oder mit einem Wimmern. Der Knall, also das oft gewaltsame Ende einer Demokratie durch einen Putsch, einen Krieg oder eine Revolution, ist spektakulärer. Doch das Dahinsiechen einer Demokratie, das Sterben mit einem Wimmern, ist alltäglicher - und gefährlicher, weil die Bürger meist erst aufwachen, wenn es zu spät ist. Mit Blick auf die USA, Lateinamerika und Europa zeigen die beiden Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, woran wir erkennen, dass demokratische Institutionen und Prozesse ausgehöhlt werden. Und sie sagen, an welchen Punkten wir eingreifen können, um diese Entwicklung zu stoppen. Denn mit gezielter Gegenwehr lässt sich die Demokratie retten - auch vom Sterbebett.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2018

Wenn Steven Levitsky und Daniel Ziblatt die in die Krise geratene Demokratie in den USA beleuchten, findet Rezensentin Isabell Trommer das Buch stark. Dann  können ihr die beiden amerikanischen Politikwissenschaftler überzeugend darlegen, welche Indikatoren von einem Abgleiten in den Autoritarismus zeugen, wie vor allem die Republikanische Partei dabei versagte, die Extremisten in ihren Reihen zu neutralisieren und wie kontinuierlich demokratische Normen verletzt wurden. Aber wenn Levitsky und Ziblatt ihre Erkenntnisse generalisieren, überspannen sie den Bogen in Trommers Augen. Venezuela oder die Weimarer Republik lassen sich kaum mit den USA des Donald Trump über einen Kamm scheren, meint sie, und so blieben  die Deutungen und Vergleiche in diesen Passagen oft oberflächlich und banal.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.08.2018

Laut Rezensent Tim Caspar Boehme zählen die Harvard-Politikwissenschaftler Steven Lewitsky und Daniel Ziblatt in ihrem Sachbuch "Wie Demokratien sterben" die Schritte auf, die Politiker gehen, wenn sie von der Demokratie zur Autokratie wechseln, und zeigen die Stufen am griffigen Beispiel Donald Trumps. Dem Rezensenten hat gut gefallen, dass die Politologen sich dabei sachlich an politischen Handlungen orientieren, anstatt zu psychologisieren. So stellen sie, wie er findet, einen eindeutigen Gefahrenkatalog zur Verfügung, der von der "Leugnung der Legitimität der politischen Gegner" bis zur "Beschneidung ihrer bürgerlichen Freiheiten", insbesondere ihrer öffentlichen Rede, reiche. Wenn er sich das Ergebnis betrachtet, scheint dem Rezensenten dann doch etwas mulmig zu werden und er sorgt sich nicht nur um die amerikanische Demokratie.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.07.2018

Die Krise der Demokratien ist sicher eines der Hauptthemen für politische Bücher in diesem Herbst 2018. Rezensent Christoph Dorner bespricht das vorliegende Buch zusammen mit Michael Hardts und Antonio Negris "Assembly - Die neue demokratische Ordnung" und Paul Schreyers "Die Angst der Eliten - Wer fürchtet die Demokratie?" Die beiden Harvard-Professoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt analysieren laut Dorner ausführlich verschiedene Fallbeispiele von Peru bis Ungarn, um dann auf den unvermeidlichen Donald Trump zu sprechen zu kommen. Sie geben einer "moralisch entkernten Republikanischen Partei" einen großen Teil der Schuld an der Erosion der Demokratie in Amerika, so der Rezensent. Großspender und Medien wie Fox News hätten dabei ebenfalls eine Rolle gespielt. Der einzige Ausweg liege für die Autoren in einer "Sachpolitik", die sich vor allem der Ungleichheit im Lande annehme, referiert der Rezensent ohne ein Urteil abzugeben.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2018

Rezensent Lukas Leuzinger sieht in den Harvard-Professoren Steven Levitsky und Daniel Ziblatt keine Spezialisten für US-Politik. Dennoch oder gerade deshalb gelingt den Autoren eine "breitere" Perspektive auf die Entwicklungen, meint er. Nach Seitenblicken auf weltweite Beispiele von Autokratie analysieren sie laut Leuzinger die amerikanische Politik und erkennen eine extreme Polarisierung und eine Erosion demokratischer Normen. Dass sie weniger die Institutionen als die politischen Eliten für diese Entwicklung verantwortlich machen, überrascht den Rezensenten. Erleichtert zeigt er sich über die Feststellung, die USA zeigten bisher keine Anzeichen dafür, auf dem Weg in eine Autokratie zu sein, auch wenn die politischen Akteure zunehmend dreckig agierten.