Wenn Deutschland im Wahljahr 2026 den Weg in einen neuen Unrechtsstaat einschlägt, wird ganz Europa dem Rechtsextremismus anheimfallen. Kann diese Entwicklung noch gestoppt werden? Die Antwort, die Hermann Vinke in seiner Flugschrift gibt, öffnet neue Wege der Kommunikation. Der Journalist und Autor nennt zugleich ein Bündel von Maßnahmen, wie Wählerschichten für demokratische Parteien zurückzugewinnen sind.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.02.2026
Wenig hilfreich findet Rezensent Nils Schniederjann Hermann Vinkes Aufruf, unser politisches System zu retten. Eine AfD-geführte Regierung würde, glaubt Vinke, das Ende der parlamentarischen Demokratie bedeuten. In Anlehnung an Stéphane Hessels Pamphlet "Empört Euch!" fordert Vinke nun, das zu verhindern. Er wendet sich dabei jedoch, ärgert sich Schniederjann, gerade nicht an potenzielle AfD-Wähler, die er als bereits für die Demokratie verloren betrachtet, sondern fordert den Rest des politischen Spektrums dazu auf, über alle Differenzen hinweg zusammen zu arbeiten. Es geht also gerade nicht darum, Ungerechtigkeiten aufzuzeigen und sie zu bekämpfen, sondern darum, sie im Namen des Kampfes gegen Rechts unter den Teppich zu kehren. Das ist nicht Schniederjanns Ding, dem das alles zu widersprüchlich und ungenau geraten ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.01.2026
Mit viel Sympathie bespricht Rezensentin Christine Knödler dieses Buch, das sich in der Tradition der Schriften Stéphane Hessels an junge Leute richtet. Der neue Hessel heißt Hermann Vinke, machte sich einen Namen als ARD-Journalist und warnt hier vor kommenden Wahlerfolgen der AfD, die die Demokratie gefährden. Zum Glück setze Vinke nicht auf polemische Schuldzuweisungen, sondern auf vernünftigen Diskurs. Was praktische Lösungswege angeht, fordert er, soziale Netzwerke besser zu kontrollieren und mittelfristig die AfD zu verbieten. Wobei es erst einmal darum geht, Leute aus der von den Gegebenheiten enttäuschten Mitte für die Demokratie zurück zu gewinnen. Angereichert ist das Ganze mit Zitaten von Vorbildern, wie Martin Luther King, Carl von Ossietzky oder auch Carolin Emcke, aber auch die menschenfeindliche Sprache eines Hermann Göring wird analysiert. All das soll die junge Generation zum Handeln bewegen, Knödler hofft sehr, dass es klappt.
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