Die demokratischen Verfassungsstaaten der Gegenwart sehen sich im Weltmaßstab einer Vielzahl diktatorischer Regime gegenüber. Aber auch innerhalb »westlicher« Demokratien wirkende extremistische Kräfte und Strömungen liefern den Beweis, daß Prinzipien wie Menschenrechte, Toleranz und politischer Pluralismus keineswegs unangefochten sind. Obgleich der Problematik des politischen Extremismus existentielle Bedeutung zukommt, ist die politik- und humanwissenschaftliche Forschung ihr vielfach ausgewichen. Das Jahrbuch Extremismus & Demokratie will die wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Themenkreis fördern. Der politische Extremismus in der Bundesrepublik bildet den Schwerpunkt des Jahrbuches. Die politischen Entwicklungen des jeweils vergangenen Jahres werden ebenso dokumentiert und aufgearbeitet, wie es Ziel der Herausgeber ist, die neu erscheinende Literatur umfassend zu würdigen. Bei aller angestrebten wissenschaftlichen Fundiertheit bietet das Jahrbuch auch umfassende Informationen und Impulse für Praktiker (Politiker, Ministerialbeamte, Sicherheitskräfte, Pädagogen usw.). Es versteht sich als Diskussionsforum, Nachschlagewerk und Orientierungshilfe zugleich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2000
Dieses Jahrbuch erweist sich nach Auffassung des Rezensenten Manfred Funke als "Klärwerk der Trübstoffe aus politischen und medialen Immissionen des Zeitgeistes", worunter er dann aber vor allem die Linke ("antifaschistische Brummkreisel", "das intellektuelle Flagellantentum") zu verstehen geruht. In den Aufsätzen des ersten Teils geht es u.a. um Untersuchungen zum extremistischen Wahlverhalten, zur Auflösungserklärung der RAF, das Wiedererstarken der NPD, das Vordringen der PDS in die "Mehrheitskultur der neuen Bundesländer", um einen Bericht aus Frankreich und die Diskussion des Briefwechsels von Ernst Nolte und Francois Furet. Mit Brigitte Seebacher-Brandts Kommentar dazu setzt sich Funke am längsten auseinander und bescheinigt ihr "viel Geist mit wenig Kondition". Bemängelt wird, dass man sich zu sehr auf die aktuelle Themenkonjunktur einlasse, in Zukunft solle doch mehr von "fundamentalistisch-extremistischen Bestrebungen von Ausländern" zu lesen sein.
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