Stephen Greenblatt

Die Geschichte von Adam und Eva

Der mächtigste Mythos der Menschheit
Cover: Die Geschichte von Adam und Eva
Siedler Verlag, München 2018
ISBN 9783827500410
Gebunden, 448 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Binder. Warum fasziniert uns die Geschichte von Adam und Eva noch heute? Unsere Vorstellungen vom Paradies, von Scham und Sünde, unsere Ideen von Gut und Böse und unser Frauenbild - wie sehr wurden sie von dieser Urerzählung geprägt? Stephen Greenblatt widmet sich diesem mächtigsten aller Menschheitsmythen, der unsere abendländische Kultur beeinflusst hat wie keine zweite Erzählung. In vielen Geschichten schildert er nicht nur das Erbe von Adam und Eva in der christlichen Kultur seit Augustinus und Dürer. Er zeigt uns auch, dass dieser Mythos eine existenzielle Frage berührt, die auch die moderne Wissenschaft nicht beantworten kann - was es nämlich heißt, ein Mensch zu sein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.05.2018

In den Augen des Rezensenten Harro Zimmermann hat Stephen Greenblatt in seinem Buch "sachliche Triftigkeit und stilistische Trefflichkeit" aufs Schönste miteinander verbunden. Und so folgt er dem Autor gern durch die etwa 5.000 Jahre Geschichte der wirkmächtigen Erzählung vom Sündenfall, die Greenblatt seiner Meinung nach interessant aufbereitet hat. Auch zeichne er die Kontroverse dazu, ob der Mythos reale Ursprünge oder doch nur allegorischen Charakter habe, auf eindrucksvolle Weise nach. Dennoch will der Rezensent als Greenblatts Hauptinteresse ausgemacht haben, was die Geschichte von Adam und Eva über Liebe und Selbstbestimmung aussagt. Greenblatt hat damit in seinen Augen einen "intellektuell wohlgenährten Philologentraum" erfüllt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2018

Thomas Ribi erfährt die Geschichte von Adam und Eva als beharrlich und real wie keine zweite in Stephen Greenblatts Buch. Wer wir sind, scheint ihm die Geschichte schonungslos vor Augen zu führen. Greenblatts Spurensuche von den altorientalischen Schöpfungsmythen über die Interpretationen frühchristlicher Theologen bis zu den frauenfeindlichen Exzessen des Mittelalters, die sich auf Adam und Eva beriefen, scheint Ribi mit umfassendem, entspannt präsentiertem Wissen zu überzeugen. Wie christliche Konzepte wie die Erbsünde aus der Geschichte von Adam und Eva herausgearbeitet wurden, zeigt Greenblatt dem Rezensenten en detail.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2018

"Die Geschichte von Adam und Eva", das neue und von Klaus Binder "elegant übersetzte" Buch Stephen Greenblatts, leuchtet die Vertreibung aus dem Paradies vor dem Hintergrund aus, dass die Menschen sich über das Erzählen von Geschichten in der Welt zurechtfinden, erklärt Rezensent Dieter Thomä. Besonders erhellend fand er, dass die Bibelerzählung nach Greenblatt als polemische Replik auf das Gilgamesch-Epos gelesen werden kann. Darüber hinaus zeigt Greenblatt für den Rezensenten anschaulich, dass die Geschichte von Adam und Eva eigentlich nur im Plural existiert, da sie schon seit einigen Tausend Jahren immer wieder in verschiedene Kontexte gestellt werde. Greenblatt untersucht sogar, wie unser Bild vom Paradies mit unserem Verhältnis zu Tieren zusammenhänge. Der Rezensent hat das mit Freude gelesen und wünscht sich unbedingt eine Fortsetzung, in der Greenblatt erzählt, wie das Paradies "vom Vergangenheits- zum utopischen Zukunftsort" wurde.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018

Rezensent Jens Bisky folgt dem Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt bereitwillig auf seinem Parforce-Ritt durch die Kulturgeschichte, stets auf den Spuren von Adam und Eva. Mit Augustinus, Dürer und Milton erkundet er die Faszination dieser Erzählung, ihrer Präsenz im kulturellen Gedächtnis und in der Vorstellung des Menschen. Worauf Greenblatt damit hinaus will, wird nicht ganz klar, das bemerkt auch Bisky, wertet es aber nicht unbedingt negativ. Er genießt einfach Greenblatts "Freude am Erzählen" und lernt von ihm dies und jenes über den Menschen, das Leben und die Liebe. Nur Greenblatts Hang zu Superlativen geht dem Rezensenten auf die Nerven.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2018

Für Rezensent Bernhard Lang erschließt uns Stephen Greenblatt mit seinem Buch ein Stück abendländischer Kulturgeschichte auf brillante Weise. Wenn der Autor der Geschichte von Adam und Eva durch die Jahrhunderte folgt, schließt Lang sich ihm gerne an. Vor allem Greenblatts Verharren bei Dürers Bearbeitung und bei John Miltons Epos von 1667 scheint ihm gewinnbringend.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 10.03.2018

Rezensent Lucas Wiegelmann lässt sich von dem amerikanischen Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt auf einen faszinierenden Streifzug durch die Kulturgeschichte von Adam und Eva mitnehmen. Weshalb eine Erektion des Kirchenlehrers Augustinus den Wendepunkt der abendländischen Geistesgeschichte markierte und was fünfzig numidische Hengste mit der Erbsünde zu tun haben, erfährt der Kritiker hier ebenso, wie er liest, wie die Idee der Erbsünde Welt- und Menschenbild bis heute prägt: Von den Vorstellungen der Antike über John Miltons Versepos "Paradise Lost" bis hin zu Darwins Evolutionstheorie und Mark Twains "Adamstagebuch" lässt Greenblatt nichts aus, lobt der Rezensent, der nicht fassen kann, dass fundamentalistische christliche Gemeinden noch heute an die historische Existenz von Adam und Eva glauben.