Cyprian Broodbank

Die Geburt der mediterranen Welt

Von den Anfängen bis zum klassischen Zeitalter
Cover: Die Geburt der mediterranen Welt
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406713699
Gebunden, 952 Seiten, 44,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Klaus Binder und Bernd Leineweber. Seit der Frühzeit des Menschen hat das Mittelmeer die Welt unserer Vorfahren nachhaltig geprägt. Der Archäologe Cyprian Broodbank entwirft ein grandioses historisches Panorama dieses Meeres - von den Tagen der ersten Begegnung der Hominiden mit dem neuen Lebensraum vor 1,5 Millionen Jahren bis zum Beginn der Klassischen Antike. Cyprian Broodbank führt uns an die Küsten des Mittelmeers und lässt die angrenzenden Kulturräume längst vergangener Epochen wieder lebendig werden. Gemeinsam mit ihm umrunden wir wieder und wieder das Mittelmeer und lernen die seit den Tagen der Jäger und Sammler aufblühenden Gesellschaften kennen. Wir begleiten die ersten Menschen, die sich bereits in Einbäumen auf die See wagten, besuchen Fischer, Bauern und Handwerker in ihren Dörfern und lernen die Machtzentren der Alten Welt kennen, deren Herrscher und Eliten Rohstoffe und andere Schätze aus "Übersee" begehrten. Wir erkennen das immer engmaschigere Netz der Hochkulturen, das sich nach und nach über das Meer in der Mitte breitet, und sehen Handelsschiffe und Kriegsflotten, die von der Straße von Gibraltar bis nach Tyros und von Etrurien bis Alexandria das Mittelmeer durcheilen, um an dessen unfassbarem Reichtum teilzuhaben, von dem noch in unseren Tagen atemberaubende archäologische Zeugnisse künden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018

Rezensent Johan Schloemann geht mit dem Archäologen Cyprian Broodbank auf Große Fahrt durch die Frühgeschichte des Mittelmeers. Und auch wenn er die Lektüre zu Beginn als eine Reise preist, die man nie wieder vergisst, senkt er später die Erwartungen deutlich: Broodbank erzählt nicht unbedingt die Geschichte der mediterranen Kulturen, sondern rekonstruiert die Geschichte der frühen Seefahrt auf dem Mittelmeer, und zwar anhand von Knochen, Scherben und versteinerten Muschelschalen. Die frühesten Hinweise auf die Seefahrt etwa datieren recht ungefähr auf eine Zeit zwischen 30.000 und 17.000 vor unserer Zeit, denn aus dieser Epoche stammen Menschenknochen in der Corbeddu-Höhle auf Sardinien, das damals zwar noch mit Korsika zusammenhing, aber nicht mehr mit dem Festland. Schloemann hat auch Einwände gegen das Buch, einiges erscheint ihm zu marktwirtschaftlich gedacht, anderes zu heutig oder oberflächlich. Unerklärt lässt Schloemann, was der Autor mit dem von ihm zitierten Satz meint: "Wir leben in einem mediterranen Moment, und nicht in einem guten Sinne."
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