Stephan Schulmeister

Mitten in der großen Krise

Ein New Deal für Europa
Cover: Mitten in der großen Krise
Picus Verlag, Wien 2010
ISBN 9783854525868
Gebunden, 160 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Führt ein gemeinsamer, expansiver New Deal Europa aus der großen Krise? Mit der "großen Krise" hat der Übergang von einer finanz- zu einer realkapitalistischen Wirtschaftsordnung begonnen, schreibt der österreichische Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister. Dieser wird Jahre dauern: Der in den letzten dreißig Jahren zunehmend dominante Finanzkapitalismus stellt ja eine umfassende "Spielanordnung" dar. Dazu gehören die neoliberale Wirtschaftstheorie, der Vorrang für den Geldwert, die Liberalisierung der Finanzmärkte und die Schwächung des Sozialstaats. Die große Krise wird den Boden für eine Neuordnung des "Spiels Wirtschaft" bereiten: Die Triebkraft kapitalistischer Dynamik, das Profitstreben, wird wieder auf realwirtschaftliche Aktivitäten fokussiert, ergänzt und erweitert um die ökologische und soziale Dimension. Die Länder der EU sind in dieser Situation durch das "Spardogma" und das "Gefangenendilemma" gelähmt: Betreibt jedes einzelne Land eine expansive Politik, so fließt ein Großteil der Impulse ins Ausland. Machen alle EU-Länder dies gemeinsam, so stärken sie sich wechselseitig. Das wäre jener "New Deal" für Europa, der die Talsohle im langfristigen Entwicklungszyklus verkürzen würde. Wie könnte er aussehen, und welches politische "leadership" braucht es zu seiner Durchsetzung?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.07.2010

Rezensent Robert Misik hat Stephan Schulmeisters neues Buch "Mitten in der großen Krise" mit großer Zustimmung gelesen. Der Wiener Wirtschaftsforscher ist für ihn ein "wackerer Kämpfer gegen den ökonomischen Mainstream". Überzeugend zeigt der Autor seines Erachtens auf, dass die schwierigste Phase der aktuellen Weltwirtschaftskrise noch vor uns liegt. Schulmeisters Plädoyer für eine Budgetkonsolidierung scheint ihm plausibel, zumal es nicht auf Streichorgien im Staatshaushalt hinausläuft, sondern auf die Idee, den Einkommmenstärksten und Besitzern großer Finanzvermögen Konsolidierungsbeiträge abzuverlangen. Auch Schulmeisters Vorschläge für einen gesamteuropäischen New Deal kann Misik nur begrüßen. Hier kulminiert das Buch für ihn in "einem leisen Utopismus", der ihn an John Maynard Keynes' "Wirtschaftliche Aussichten unserer Enkelkinder" erinnert.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…