Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.05.2001
Den Zusammenhang herzustellen, zwischen den außenpolitischen Bewertungen und der Rolle, die ein Staat in der internationalen Gemeinschaft spielen möchte, hält Sabine Muscat für unabdingbar, wenn ein stimmiges Gesamtbild eines Staates herauskommen soll. In dieser Hinsicht ist die Rezensentin mit der Arbeit von Stefan Friedrich zufrieden, dem es, wie sie schreibt, nicht um die Ergründung von Klischees geht, sondern darum zu zeigen, inwiefern sich in China die nach außen artikulierte Einschätzung Europas von der tatsächlichen Wahrnehmung unterscheiden kann. Den wirklichen Verdienst des Buches sieht Muscat allerdings weniger in der aus der gestellten Aufgabe resultierenden, jedoch nicht neuen Erkenntnis, "dass autoritäre Staaten ihre Deutungsmuster auf die ganze Welt anwenden wollen", als in der quellengestützten Darstellung gelegentlicher Abweichungen von der Regel, "bis hin zu einer öffentlich geführten Debatte über die Schwächen des chinesischen Forschungssystems".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…